Nach 20 Jahren muss die Kölner Designerin Demet Taha ihr Atelier an der Moltkestraße verlassen. Der Vermieter hat andere Pläne mit dem Haus an der Ecke Bismarckstraße.
Jubiläum und AbschiedKölner Designerin muss Räume nach 20 Jahren verlassen

Demet Taha schneidert seit mehr als 20 Jahren Unterwäsche und Bademoden nach Maß in ihrem Atelier am Rande des Belgischen Viertels.
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Im Laden von Demet Taha an der Moltkestraße 151 liegen Freud und Leid gerade nah beieinander: Die 56-jährige Kölnerin feiert das 20-jährige Bestehen ihres Ateliers an ihrem markanten Standort auf der Ecke Moltkestraße/Vogelsanger Straße. „Ich habe hier im November 2005 angefangen, das Jubiläum sollte eigentlich schon im November 2025 sein, da ich aber einen Unfall hatte, haben wir dieses auf den Sommer verschoben.“ Noch den ganzen Juni über gibt es zur Feier ihres Geschäfts dort Rabatte von bis zu 70 Prozent. Ende des Monats muss sie dann aber die Türen zu ihrem Atelier zum letzten Mal schließen.
Der neue Hauseigentümer habe andere Pläne für das Erdgeschoss. Auf den 30 Quadratmetern, auf denen sie und eine Mitarbeiterin kreativ arbeiten, Kundinnen und Kunden inspirieren sowie beraten, sollen keine Nähmaschinen mehr rattern.

Demet Taha steht in der Tür ihres Ateliers, das sie bald schließen muss.
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Taha, die gelernte Herrenschneiderin ist, versucht auch das Positive zu sehen. Die Boutique auf der Venloer Straße 1–3, in der ihr Ehemann Hisham berät und verkauft, bleibt erhalten, sie selbst wird dort künftig samstags vor Ort sein, um für ihre Kunden ansprechbar zu bleiben. Ansonsten läuft die Suche nach einem neuen Atelier. „Am liebsten möchte ich mitten in die Altstadt, am besten in Domnähe, wo auch internationale Kundschaft leichter den Weg zu mir finden.“
Kölnerin schneidert Bademode im Stil der 50er-Jahre an der Moltkestraße
In der Altstadt solle es nicht nur Kneipen und Souvenirshops geben, sondern auch hochwertige Kunsthandwerksgeschäfte wie ihr Atelier, findet die 56-Jährige, die einst fasziniert von den Bademoden der 50er-Jahre auf ihre Nische kam. Ein Jahr lang experimentierte sie mit Schnitten und Stoffen, lud all ihre Freundinnen zu Vorführung und Anprobe und baute sich so peu à peu einen Kundenstamm auf, bevor sie schließlich ihr Atelier in dem Eckhaus an der Moltkestraße bezog. Da sie direkt nebenan wohnte, konnte sie hier ihren Beruf und die Familie perfekt miteinander verbinden.
„Der jüngere Sohn kam rechts von der Grundschule, der größere links vom Gymnasium nach Hause, wir trafen uns dort immer zum Mittagessen, danach ging ich wieder rüber ins Atelier“, erinnert sich Taha. Nun endet die Ära am Rande des Belgischen Viertels für sie. Aber dennoch bleibt sie optimistisch. „Ein Neuanfang hat auch immer etwas Positives“, sagt sie und blickt selbstbewusst in die Zukunft. Über Angebote von Vermietern kleinräumiger Ateliers in der Altstadt würde sie sich auf jeden Fall sehr freuen.
Demet Taha Mode-Design, Moltkestraße 151, Tel.: 0221/16866664, geöffnet Mittwoch bis Freitag 14–18 Uhr, Samstag, 12 bis 17 Uhr, www.tahamode.de
