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Anwohner üben KritikKölner Politiker unterstützen neuen Campus in der Südstadt

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Mit einer italienischen Piazza samt Campanile soll das Grundstück der evangelischen Kirche am Kartäuserwall bebaut werden.

Innenstadt – Die Bezirksvertreter der Innenstadt sprachen sich in ihrer Sitzung am Donnerstag voriger Woche dafür aus, das Bauvorhaben des evangelischen Kirchenverbands am Kartäuserwall zu unterstützen. Am 5. Dezember wird dann wohl auch der Stadtentwicklungsausschuss beschließen, dass das entsprechende baurechtliche Verfahren beginnen kann.

Anwohner hatten in den vergangenen Wochen den Entwurf kritisiert, der die Grundlage dafür sein wird. Die geplanten Gebäude seien zu massiv, die Bebauung zu dicht und der Verlust von bis zu 16 Bäumen und einer Grünfläche sei nicht zu ersetzen.

Beschluss in Bezirksvertretung der Kölner Innenstadt fiel einstimmig

Die Bezirksvertreter wollten sich dieser Kritik nicht anschließen. Der Beschluss fiel einstimmig. Der Entwurf von Architekt Kaspar Kraemer wurde von einer Jury ausgewählt, der neben dem Baudezernenten auch Bezirksbürgermeister Andreas Hupke, Grüne, angehörte. Kraemers Pläne sehen einen viereckigen, gepflasterten Platz vor, der an drei Seiten von Gebäuden umgeben und nach Süden offen ist. Ein Campanile, ein Turm nach italienischem Vorbild, soll das Ensemble überragen.

Die Anwohnerinitiative hatte unter anderem kritisiert, dass die Aufheizung der Innenstadt, bedingt durch den Klimawandel, darin keine Rolle spiele. Weder die Materialien noch die Ausrichtung der Gebäude seien geeignet, den Wegfall der kühlenden Grünfläche für die Nachbarschaft zu kompensieren.

Stadt Köln stellt Überarbeitungsbedarf fest

Offenbar war das kein entscheidendes Kriterium im Wettbewerb. Der zweitplatzierte Entwurf sah drei freistehende Gebäude „mit großzügigen Freianlagen“ vor, so die Beurteilung der Jury. Er wirkt im Gegensatz zum Siegerentwurf, der an historische Vorbilder wie die engen Gassen einer italienischen Stadt angelehnt erscheint, offener. Trotzdem konnte sich Kraemers Idee durchsetzen.

Die Stadt hat aber bereits Überarbeitungsbedarf festgestellt: Der Anteil der Grünflächen, der Erhalt von Bäumen, die Gestaltung des Innenhofs und die Entsiegelung möglichst vieler Flächen sollen den Architekten nachträglich als Aufgaben mitgegeben werden.

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Lena Zlonicky, stellvertretende Leiterin des Stadtplanungsamtes, unterschied in der Sitzung der Bezirksvertreter zwischen den Anstrengungen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, etwa mit dem vom Rat beschlossenen Klimanotstand, auf den sich auch die Anwohner berufen hatten, und der notwendigen Anpassung der Stadt an die Folgen des Klimawandels.

Letzteres stellte sie als Teil der noch folgenden Abwägung zwischen verschiedenen Zielen dar. „Die heutige Situation auf dem Grundstück ist nicht mehr zeitgemäß. Wir sind sehr froh, dass hier 68 Wohnungen entstehen, und auch Bildungseinrichtungen und soziale Infrastruktur“, sagte sie. Die Stadt im Inneren zu verdichten nehme Druck von den Freiflächen im Außenbereich. An die Anwohner gerichtet, verwies sie auf die im Verfahren vorgesehene Bürgerbeteiligung: „Das kommt alles noch.“