Die Veranstaltung des club68köln, Verein für Behinderte und Nichtbehinderte, widmet sich der Thematik Neurodiversität.
Die fragwürdigen Normen der NormalitätInklusive Ausstellung „Neuro-Noise“ im Kunsthaus Rhenania

Das Veranstaltungsteam um Evdokia Michailidou, Pascal Behrendt und Hans Günter Brands (v. l.) möchte mit dem Neuro-Noise-Event den Raum des Normativen ins Grenzenlose erweitern.
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Das DWI Leibniz Institut für interaktive Materialien beschreibt Neurodiversität als „… die natürliche Bandbreite neurologischer Unterschiede beim Fühlen, Denken, Lernen und Wahrnehmen.“ Demnach handele es sich um „… ein inklusives Konzept, das anerkennt, dass es nicht nur eine ‚normale‘ Art gibt, wie das menschliche Gehirn funktioniert.“ Die Vielfalt der menschlichen Denkweisen soll vom 20. August bis zum 1. September im Kunsthaus Rhenania zusammentreffen. Im Zuge der Ausstellung „Neuro-Noise: Ich bin nicht normal. Das ist meine Identität“, zeigen Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Literatur, Musik, Video und Performance ihre Lebenswelten. Als Veranstalter fungiert der Verein club68köln.
Neurodiversität im Fokus: Ausstellung für mehr Verständnis
Neben Live-Konzerten von Bands wie Tylee and the Gang, Blarg oder Xioring kommt es zu interaktiven Auftritten von Maler und Pädagoge Pascal Behrendt, der mit dem Slogan „ADHS ist Power“ seine künstlerische Antriebskraft ausdrückt. Lesungen von Evdokia Michailidou, ein Workshop „Neuro-Sounds“ sowie Diskussionsformate und eine offene Chorprobe mit dem Ensemble von „Stimmjeföhl“ (24. August, 20 bis 22 Uhr) ergänzen das umfangreiche Programm.
„Ich habe immer wieder gemerkt, dass ich als Person mit ADHS wie auch andere Menschen mit Autismus-, Depression- oder Schizophrenie-Diagnosen aus dem System herausfalle. Das Thema Neurodiversität ist signifikant für die junge Generation unserer Zeit, die teilweise nicht verstanden oder als nicht so wichtig erachtet wird, gerade auch in der Politik“, erklärt Pascal Behrendt sein Mitwirken an dem rund zweiwöchigen Event.
Der Fokus liege dabei auf der aktiven Einbindung von Jugendlichen und ihrem Leidensdruck, erklärt Mitorganisator Hans Günter Brands. Digitales Mobbing und Ausgrenzung prägen demnach den Alltag vieler junger Leute, insbesondere jener, die als „anders“ wahrgenommen werden, so Brands. „Diese Ausstellung ist auf jeden Fall auch ein politisches Statement“, verweist Pascal Behrendt auf die Signalwirkung des Projekts.
„Neuro-Noise: Ich bin nicht normal. Das ist meine Identität“, Kunsthaus Rhenania, Bayenstraße 28, 50678 Köln, 20. August bis 1. September, Vernissage (20. August): 19 Uhr, Midissage (29. August): 17 Uhr, Finissage (30. August): 17 Uhr, Öffnungszeiten an allen anderen Tagen: 16 bis 20 Uhr und nach Vereinbarung, Eintritt: 9 Euro (ermäßigt: 4 Euro), Veranstalter: club68köln,Verein für Behinderte und Nichtbehinderte e. V., Telefon: 0176 31798970, www.club68koeln.de.
