Hybrid-Limousine für den UnterrichtKölner Berufsschüler üben mit der neusten Technik

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nno Müller (rechts) übergab die Schlüssel für das neue Unterrichtsfahrzeug an Armin Keck vom Nicolaus-August-Otto-Berufskolleg.

Deutz – Yunus Gökce ist sich sicher, dass der Elektro-Mobilität die Zukunft gehört. Autos mit Verbrennungsmotoren werde es zwar noch lange geben, sagt der angehende Kfz-Mechatroniker: „Aber ihr Anteil wird immer geringer.“ Insofern hat der 26-jährige Schüler des Nicolaus-August-Otto-Berufskollegs in Deutz nun das passende Lehrmaterial an der Hand: Als Dauerleihgabe bekam die Schule jetzt ein neues Plug-in-Hybrid-Fahrzeug bayerischer Herkunft überreicht, ein Auto sowohl mit  Verbrennungs- als auch mit Elektroantrieb also. Die Schlüssel für das Oberklasse-Modell im Wert von rund 130000 Euro übergab Enno Müller vom Autohaus Procar an Armin Keck, am Berufskolleg Koordinator des Kfz-Bereichs.

Zehn Jahre lang darf das Berufskolleg den Wagen für den Unterricht nutzen.

Fehler werden eingebaut um Alltag in der Werkstatt zu simulieren

„Wir simulieren, was in der Werkstatt passieren kann“, so Armin Keck. Beispielsweise würden Fehler eingebaut, denen die Schüler auf den Grund gehen müssen. „Wir haben ein Fahrzeug, das die aktuellste Technik hat“, so der 54-Jährige. Allerdings sei die Leihgabe nicht für die Straße zugelassen, eine Runde drehen dürfen die Schüler also nicht. Für diesen Zweck hat die Schule kürzlich ein kleineres, rein elektrisches Auto gekauft.

16 Pkw stehen für die Schüler zur Verfügung

Insgesamt steht den rund 700 angehenden Kfz-Mechatronikern ein Fuhrpark mit 16 Pkw zur Verfügung. Yunus Gökce hat den Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik gewählt, er wird sich also nach seiner Ausbildung bestens mit Elektroautos auskennen. Seine Jobaussichten sind damit hervorragend. „Jetzt fahren noch sehr viele Autos mit Verbrennungsmotoren herum, aber wenn die Politik so weiter macht, wird es in absehbarer Zeit keine Verbrenner mehr geben“, sagt Armin Keck. Damit ändern sich jedoch auch die Anforderungen an die Monteure. Wegen der hohen Spannung auf vielen Bauteilen eines Elektrofahrzeugs spiele das Thema Sicherheit eine viel größere Rolle als bisher.

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Der Neuzugang im Fuhrpark des Berufskollegs hat einen Sechs-Zylinder-Motor mit Turbolader  sowie zusätzlich einen Elektromotor mit 113 PS, der in Brems- und Schubphasen die Funktion eines Generators übernimmt und eine Lithium-Ionen-Batterie mit Energie versorgt. Die gesamte Systemleistung des Fahrzeugs beträgt stolze 394 PS. Die Beschleunigung laut Werksangabe liegt bei 5,2 Sekunden von Null auf 100 Stundenkilometer. „So ein Auto für Ausbildungszwecke zu kriegen, ist wirklich ein Glücksfall“, sagte Gordon Blaschke von BMW. Dass der Wagen seine Qualitäten nicht entfalten wird, bedauert natürlich auch Yunus Gökce: „Ich würde gern ein Wochenende damit fahren.“

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