Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

Georgische Weinkultur in der SüdstadtRhein trifft Kaukasus in erster georgischer Weinbar

3 min
Innenansicht einer Weinbar mit Holzbalken, Theke, Barhockern und Regalen voller Flaschen und Gläser.

Die Weinbar hat über 60 georgische Weine im Angebot.

Die erste georgische Weinbar Kölns, Gamarjoba, bietet über 60 georgische Weine an und kombiniert Rhein- und Kaukasuskultur.

Wenn zwei Freunde oder Bekannte sich treffen, sagen sie „Gamarjoba“. Das heißt so viel wie „Hallo“ oder „Guten Tag“ in der georgischen Sprache. Gamarjoba heißt auch die neue Weinbar in der Südstadt. „Es war ein Traum von mir, insbesondere die georgischen Weine, die Gastfreundschaft und die Kultur nach Köln zu holen“, erklärt Irakli Nadiradze, der eigentlich zum Studium nach Köln kam. 15 Jahre hat er stattdessen im Rheinauhafen in der Gastronomie gearbeitet, ist heute Teilhaber im Haus Schmitz in Rodenkirchen und hat Ende September, gemeinsam mit einem georgischen Geschäftsfreund aus Luxemburg, die Weinbar eröffnet.

Zwei Männer stehen vor dem Schild einer georgischen Weinbar in Köln.

Barleiter David Shengelia und Geschäftsführer Irakli Nadiradze vor der neuen Weinbar in der Südstadt.

Es stehen ausdrücklich nur georgische Weine, offen oder als Flaschenweine, auf der Karte. Georgien baut seit über 8000 Jahren Wein an. „Wir haben die ältesten Weine der Welt in großer Vielfalt“, erklärt Nadiradze weiter. Das Logo des Gamarjoba vereint bewusst eine Weinrebe, den Rhein und den Dom und mit dem charakteristischen Kaukasusgebirge.

Georgische Qvevri- und Amberweine nach jahrtausendealter Tradition

Im Angebot sind über 60 Weine aus ganz Georgien, von zwanzig verschiedenen Winzern. Eine besondere Spezialität sind die Qvevri-Weine, die seit Jahrtausenden in speziellen Tonfässern hergestellt werden, der ältesten Form der Weinherstellung. Die Tonamphoren werden in der Erde vergraben. Die Herstellungsweise gehört zum immateriellen Unesco-Weltkulturerbe. Neben den Qvevri-Weinen, Rot-, Rosé- und Weißweinen sind Amber-Weine im Angebot, bei denen der Wein eine orange Färbung erhält, da die weißen Trauben mit Schalen und Kernen im Tongefäß gegärt werden und so die charakteristische Farbe erhalten.

Der Barbereich ist neu, vieles konnte von den Vorgängern übernommen werden. Zuletzt wurde hier türkische, arabische und kurdische Küche serviert. Das Ambiente, das mit den weißen Wänden, den Holzelementen und den eingezogenen Strohdächern an eine Taverne erinnert, passt gut zu dem, was das Gamarjoba vermitteln möchte. „Wir haben viel Holz und Weiß bei uns zu Hause“, sagt Nadiradze, der David Shengelia zum Barleiter eingestellt hat. Shengelia kam vor fünf Jahren nach Köln und absolvierte hier eine Ausbildung im Weinhandel.

Im einladenden Inneren erwarten die Gäste rund 20 Plätze, vor der Bartür können rund 40 Gäste Platz nehmen. Im Keller öffnet sich ein geschmackvoller Vorraum, auf dem das georgische Alphabet die Rückwand ziert. Daneben befindet sich ein Gewölbekellerraum, der auch für Veranstaltungen gebucht werden kann. Auch das Team, gemeinsam mit dem Haus Schmitz in Rodenkirchen, wird Veranstaltungen durchführen. Am 16. Oktober ist eine After-Latino-Party geplant. Am 21. Oktober steht die erste georgische Weinprobe an.

Die Weinkarte wird durch eine kalte, georgische Tapasauswahl ergänzt (unter 10 Euro). Die meist vegetarischen Speisen sollen den Wein nur begleiten. Die Flaschenweine beginnen bei 28 Euro. Offene Weine fangen im 0,15l Glas bei 5,50 Euro an. Die Qvevri- und Amberweine kosten im Schnitt an die 48 Euro pro Flasche. Hinzu kommen halbtrockene und süße Weine. Weine zum Mitnehmen kosten die Hälfte. Dazu gibt es verschiedene Spritz (je 8,90 Euro), georgische Limonaden (4,90 Euro), Heißgetränke und Softdrinks. Das Mühlen Kölsch vom Fass liegt bei 2,50 Euro (0,2l).


Gamarjoba Köln – Georgische Weinbar ist Dienstag bis Freitag von 17 Uhr bis Mitternacht geöffnet, am Wochenende ab 12 Uhr.

Eburonenstraße 1, 50678 Köln

www.gamarjobakoeln.de