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Rote Ampeln in Köln„Avanti dilettanti“ oder Absicht?

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Auf der Luxemburger Straße soll der Verkehr bald besser fließen.

Köln – „Köln ist die Stadt mit den meisten Ampeln auf der Welt. Oder zumindest mit den meisten roten Ampeln.“ Dieses Gerücht hält sich – zumindest in Köln und Umland - seit Jahren hartnäckig. Doch: „Städte wie Berlin und München haben in etwa genauso viele Ampeln“, meint Hartmut Sorich vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik. In Köln setze man zunehmend auf alternative Betriebsformen: „In den letzten Jahren haben wir 129 Ampeln abgebaut und beispielsweise durch Kreisverkehr oder Fußgängerüberwege ersetzt.“

Die Stadt Köln hat eine Ampel-Hotline eingerichtet, bei der Fragen und Anregungen zur Ampelschaltung eingegeben werden können.

0221 / 221-24484 oder über ein Kontaktformular auf der Internetseite der Stadt. www.stadt-koeln.de

Nach wie vor hat Köln knapp tausend Ampeln - insgesamt sind es 986 Ampeln. Nicht alle befinden sich auf der Luxemburger Straße, und nicht alle stehen auf Rot – auch wenn es manchem Autofahrer so vorkommen mag. Ksta.de-Leser Kai Röhrig hat sich auf den Aufruf des "Kölner Stadt-Anzeiger" zum Thema Stau-Frust gemeldet. Er findet die „stadteinwärts, stadtauswärts nacheinander rot geschalteten Ampeln auf der Luxemburger und der Aachener Straße unzumutbar“. Damit spricht er vielen Kölnern aus der Seele. Tatsächlich sind die knapp zwanzig Ampeln auf der Luxemburger Straße zwischen Militärring und Barbarossaplatzmehr als 30 Jahre alt und führen zu langen Rotphasen, die nicht auf den Verkehr abgestimmt sind. Deshalb sollen 19 Ampeln demnächst gegen moderne Anlagen ausgetauscht werden. Der Verkehrsausschuss der Stadt hat erst vergangene Woche den Beschluss für die Erneuerung der Signalanlagen abgesegnet. Die künftigen Ampelanlagen sind mit einer Technik ausgestattet, die das Verkehrsaufkommen erfasst und flexibel darauf reagieren kann. „Bis Ende 2014“, so Sorich, „sollte der Austausch über die Bühne gegangen sein.“

Und auf der Aachener Straße? Dort seien die Ampeln bereits mit zeitgemäßer Technik ausgestattet - größtenteils, versichert Sorich.

„Gewollt schon, böse Absicht nein.“

Er habe immer angenommen, so schreibt Kai Röhrig weiter, diese Rotschaltung entstehe ohne böse Absicht - getreu dem Motto „Avanti dilettanti“. Doch habe er mittlerweile von verschiedenen Seiten gehört, dass dies dem erklärten Willen des rot-grünen Stadtrats entspreche, „der die Kölner zum Umsteigen auf Bus und Bahn erziehen wolle“. Hartmut Sorich dazu: „Gewollt schon, böse Absicht nein.“ Die Vorrangschaltung von Bahn und Fußgängern vor dem Autoverkehr ist tatsächlich gewollt – und auch gefordert: „Um eine verkehrstechnische Infrastruktur zu gewährleisten, ist die Stadt auf Zuschüsse des Landes angewiesen. Und diese Zuschüsse sind mit der Auflage verbunden, den Öffentlichen Nahverkehr zu bevorzugen.“ Deshalb dürfen die Autofahrer beispielsweise an Knotenpunkten wie Aachener Straße/Militärring erst an dritter Stelle fahren.

Wo Bahn und Straßenverkehr sich aber nicht in die Quere kämen, sei das lange Warten vor roten Ampeln absolut nicht gewollt: „Ganz im Gegenteil,“ erklärt Sorich: An allen Ausfallstraßen wie beispielsweise Aachener, Venloer, Frankfurter Straße sei man bestrebt, Verkehrsteilnehmern eine grüne Welle zu bieten. Dies gelänge auch – sofern die Straße nicht mehr als zu 85 Prozent belastet sei. Erst in den Stoßzeiten während des Berufsverkehrs am Morgen und am Nachmittag treten wegen der hohen Auslastung Störungen auf.

Vorrangschaltung für die Bahn

Apropos Vorrangschaltung der Bahn: Unser Leser Kai Röhrig hat ja durchaus Verständnis dafür, dass die Bahn vorrangig fahren dürfe. „Wenn die Bahnen aber erst anfahren, wenn die Autofahrer grün haben, hört mein Verständnis auf – beispielsweise zu beobachten am Barbarossaplatz.“ Dort könne man eindrucksvoll lernen, dass „Grün haben noch lange nicht heißt, dass nicht gerade eine Straßenbahn die Straße quert.“