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Kölner Kids liegen bei Doppel-Versiegelung vorn

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Die Backenzähne werden bei Kindern heute in der Regel versiegelt, um Karies vorzubeugen.

Eine intensive Mundhygiene bei Kindern, das heißt angeleitetes Putzen bereits der Milchzähne, regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt und eine möglichst zuckerfreie Ernährung sind unabdingbar für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch. Dafür sorgt das Gesundheitsamt der Stadt Köln, indem es jährlich rund 50 000 Kinder betreuen lässt. Insgesamt sechs Teams sind im Einsatz. Dazu gehören pro Team eine Zahnärztin oder Zahnarzt, eine zahnmedizinische Fachangestellte und zwei zahnmedizinische Prophylaxe-Berater. Bei den Jungen und Mädchen im Kindergarten und in den Schulen werden die Zähne untersucht, die Zahnschmelzhärtung geprüft, aber es wird auch beraten, welche Ernährung und welche Getränke Zähne und Zahnfleisch ruinieren, und was alles zu einer guten Mundhygiene gehört.

Diese Maßnahmen, zusätzlich kombiniert mit einer Versiegelung der Zähne, sind der beste Schutz vor Karies schon im Kleinkindalter. Das betont die AOK Rheinland/Hamburg in ihrem Gesundheitsreport für 2019. Dort heißt es: „Eine Versiegelung der Zähne schützt nachhaltig vor Karies. Im Jahr 2017 waren bei 74 Prozent der Kinder im Alter von elf Jahren die ersten bleibenden Backenzähne versiegelt.“ Der Trend zur Versiegelung hält an. Die Bundeszahnärztekammer warnt, dass „die Kauflächen der großen bleibenden Backenzähne als besonders kariesgefährdet gelten“, und zwar „unmittelbar nach dem Zahndurchbruch“. Um diese Zähne vor Karies zu schützen, sollte das Zahnrelief mit seinen Rillen, Grübchen und Höckern auf der Kaufläche versiegelt werden, denn diese Zahnprofile gelten als „Eintrittspforten für Karies“. Dass das Versiegeln nicht nur Sinn macht, sondern ausgesprochen wirksam ist, habe eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien weltweit belegt. Die Bundeszahnärztekammer versichert, dass die Materialien, die man für die Versiegelung der Kinderzähne nimmt, hoch zuverlässig sind. Was genau und wie was getan werden muss, kann nur der Zahnarzt entscheiden.

Als Krankenversicherung mit Blick auf die Kosten listet die AOK Rheinland/Hamburg auf, dass so eine „Versiegelung der Zähne in der Regel viele Jahre halten“ sollte, aber, so die AOK, „auffällig ist der hohe Anteil an Kindern und Jugendlichen, bei denen die Versiegelung zeitnah erneuert wird. Bei fast jedem dritten Kind werden dieselben Zähne innerhalb von zwei Jahren erneut versiegelt. Diese hohen Raten wecken Zweifel, inwiefern diese Maßnahmen immer bedarfsgerecht sind“.

Die Bundeszahnärztekammer argumentiert, dass trotz sorgfältiger Verarbeitung „eine Versiegelung verloren gehen kann“. Und in solchen Fällen müsse nun mal nachversiegelt werden. Köln liegt bei der erneuten Versiegelung desselben Zahns innerhalb von zwei Jahren laut AOK-Bilanz ganz weit vorn mit 38,5 Prozent. Leverkusen zieht mit etwas mehr mit, aber Spitzenreiter ist Remscheid mit 43 Prozent.

Zahlen müssen Eltern weder die Erst-Versiegelung noch die nachfolgenden Reparaturen einer Versiegelung. Die Kosten für die Versiegelung der ersten und zweiten bleibenden Backenzähne bei den Sechs- bis 17-Jährigen übernimmt die Krankenkasse. Aus eigener Tasche muss aber bezahlt werden, wenn die Front- und Eckzähne ebenfalls versiegelt werden sollen – und zwar unabhängig davon, ob es sich um Milchzähne oder die bleibenden handelt.

ANGST VORM ZAHNARZT

„Wer setzt sich schon gern auf den Stuhl?“, argumentiert Zahnarzt Dr. Frank Meier. „Ich habe zwar keine Angst, aber auch ich gehe nicht gern zum Zahnarzt. Wer das nicht zugibt, der ist nicht ehrlich.“

Die Angst vor dem Zahnarzt begründet er damit, dass die Mundhöhle sehr sensibel ist, und jeder noch so kleine Eingriff Panik und Schmerz auslösen kann.

Wie sensibel die Mundhöhle sei, merke jeder, der schon mal ein Haar auf der Zunge hatte. „Das fühlt sich dann an, als ob man einen Balken im Mund hat.“ Kinder, die bisweilen ungute Erfahrungen beim Zahnarzt gemacht haben, reagieren auch als Erwachsene oftmals mit Angst. „Andere dagegen kommen rein, setzen sich hin und schon ist der Mund auf“. (mas)