Köln – Die Zahl der angezeigten Straftaten in Köln ist im Vorjahr um 6,2 Prozent gesunken. Mit 136.858 Fällen war sie so niedrig wie seit acht Jahren nicht mehr. Auch die Aufklärungsquote ist so gut wie selten zuvor: Sie liegt bei 48,5 Prozent und damit so hoch wie zuletzt 1999.
Besonders erfreut zeigte sich Polizeipräsident Uwe Jacob über die Entwicklung bei der Straßenkriminalität, also bei Raub, Körperverletzung, Taschendiebstahl und Diebstahl aus Autos. In allen Bereichen gab es 2017 teils deutliche Rückgänge von bis zu 20 Prozent.
Minusrekord bei Wohnungseinbrüchen
Einen weiteren Minusrekord weist die Zahl der Wohnungseinbrüche auf. Fast neunmal täglich wurde im Vorjahr irgendwo in Köln eingebrochen, insgesamt 3164-Mal – das ist der niedrigste Wert seit 30 Jahren. „Weiter reichen unsere Aufzeichnungen nicht zurück“, sagte Kripochef Klaus-Stephan Becker. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 14 Taten jeden Tag, 1988 sogar 19.

Logo der Polizeiaktion gegen Fahrraddiebstahl
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Ihr Hauptaugenmerk will die Polizei dieses Jahr vor allem auf die Bereiche Fahrraddiebstahl und Telefonbetrug bei älteren Menschen legen. Hier gab es im Vorjahr teils massive Zuwächse: 25 Räder wurden im Vorjahr jeden Tag in Köln gestohlen, Tendenz steigend. „Wir haben es zunehmend mit organisierten Tätern zu tun, die mit Sprintern durch die Stadt fahren, die Schlösser mit einem Bolzenschneider durchtrennen und das Fahrrad abtransportieren.“
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Der Gesamtschaden 2017 betrug laut Polizei fast fünfeinhalb Millionen Euro. Ab April will die Kripo mit einer neuen Ermittlungsgruppe dagegen steuern, die sich ausschließlich um Fahrraddiebstahl kümmert.
Soviel Betrug am Telefon wie nie
Sorgen macht dem Polizeipräsidenten auch die steigende Zahl von Telefonbetrügereien: Aus türkischen Callcentern heraus rufen die Täter bei Senioren an, geben sich als Polizisten aus und überreden die Opfer, einem Boten an der Tür ihr Erspartes zu geben. 116 vorwiegend ältere Menschen fielen ihm Vorjahr darauf herein, das sind zwar wenige im Vergleich zu den Vorjahren – gleichzeitig wurden 1159 gescheiterte Versuche bei der Polizei angezeigt – Rekord. Die hohe Anzeigenbereitschaft liege allerdings auch an der umfangreichen Presseberichterstattung zu dem Thema und einer entsprechenden Sensibilisierung in der Öffentlichkeit, sagte Becker.

