Bei einem Besuch in Berlin sprach Kölns OB Torsten Burmester unter anderem über Migration, die finanzielle Lage Kölns und die Olympia-Bewerbung.
OB äußert sich zu Stadtbild-DebatteBurmester sieht Migration als Teil der Kölner Probleme

Oberbürgermeister Torsten Burmester.
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Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hat sich von der sogenannten Stadtbild-Debatte von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) „überhaupt nicht“ angesprochen gefühlt – sieht aber die Migration als Teil der Kölner Probleme.
Im Gespräch mit „Table-Media“ sagte Burmester: „Wir haben Probleme, natürlich, beim Thema Sicherheit und Sauberkeit.“ Auf die Nachfrage, ob das mit Migration zu tun habe, sagte Burmester: „Ja klar.“
Köln steht laut Burmester nicht vor der Pleite
Dann verweist er darauf, dass er früher sein Büro auf der Kalker Hauptstraße gehabt habe, einem Stadtteil mit hohem Migrationsanteil. Burmester sagte: „Das Leben in Köln, das Miteinander, funktioniert.“ Natürlich habe Köln Ausgaben für Jugendhilfen in dem Bereich, die ständig steigen. „Wir müssen viel für Integration tun.“ Die Stadt Köln steht laut Burmester aber nicht vor der Pleite.
Im Oktober des Vorjahres hatte Merz wie berichtet gesagt: „Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen."
Burmester sieht Berlin bei Olympia im Nachteil
Burmester hat bei seinem Besuch in Berlin auch mit dem „Tagesspiegel“ über die Bewerbung der Region Rhein-Ruhr für Olympische Sommerspiele gesprochen, Köln wäre in dem Fall die sogenannte „Leading City“, also Hauptaustragungsort der 17 Städte. Das Austragungsjahr steht noch nicht fest.
München, Berlin, Hamburg und Köln-Rhein-Ruhr bewerben sich um die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird Ende September bei einer Mitgliederversammlung darüber entscheiden, mit welcher deutschen Stadt er sich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bewerben will.
Berlin: Entscheid erst spät möglich
In München haben sich die Bürgerinnen und Bürger schon dafür ausgesprochen, in NRW findet die Abstimmung am 19. April in den beteiligten Städten statt.
Doch laut „Tagesspiegel“ wäre ein Bürgerentscheid in Berlin frühestens im Februar 2027 möglich. Burmester sagte: „Damit hätten sie fünf Monate nach einer Entscheidung über den nationalen Bewerber in Berlin das Risiko, dass es keine demokratische Legitimation gibt. Das kann der DOSB nicht sehenden Auges machen.“
Damit gibt Burmester dem Verband Ratschläge, dessen Vorstandsvorsitzender er gut zweieinhalb Jahre bis Ende 2024 war. Der DOSB hatte Burmester freigestellt, als seine OB-Kandidatur in Köln bekannt geworden war. (mhe)


