Köln – Noch ist es kaum vorstellbar, dass der Gereonshof in wenigen Monaten der belebte Mittelpunkt des Gerling-Quartiers werden soll. An einigen Fassaden hängen weitmaschige Sicherheitsnetze, andere sind vollständig eingerüstet. Schwere Lastwagen, mit Erdaushub beladen, rangieren in der Von-Werth-Straße hin und her. Doch der größere Teil der Baustelle soll im Frühjahr der Vergangenheit angehören. „Im zweiten Quartal wollen wir den ersten Bauabschnitt vollständig beenden und ein großes Fest mit der Nachbarschaft feiern“, sagte Christian Riener, Projektleiter des Investors Immofinanz dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Bis zum Mai sollen die meisten der denkmalgeschützten und auch der modernen Gebäude in dem Luxusviertel bezogen und die Außenanlagen fertig gestaltet sein.
Das österreichische Unternehmen mit Sitz in Wien hat an dem eigenen Vorhaben offenbar so viel Gefallen gefunden, dass die Deutschlandzentrale kurzerhand in das Gerling-Quartier verlegt wurde. Die Mitarbeiter haben ihre Büros im Gebäude Globale am Hildeboldplatz bereits gezogen, der Schriftzug prangt auf der Fassade. „Wir koordinieren von Köln aus alle unsere deutschen Projekte in Aachen, Düsseldorf und Berlin“, so Riener.
Die Angestellten der Immofinanz müssen sich allerdings keineswegs einsam fühlen, denn auch viele andere Mieter haben ihre Räume bereits bezogen. Eine Anwaltskanzlei hat das Torhaus gemietet, ein Bürogebäude mit einer Glanzglasfassade, das als Eingangstor zum Quartier dient und den öffentlichen Platz am Gereonshof vom Verkehr abschotten soll. Dieser wurde bereits als Piazza Navona von Köln bezeichnet, weil sich dort wie beim Original in Rom drei Brunnen aneinander reihen. Sie sollten ursprünglich restauriert werden, was allerdings nur bei dem Größten von ihnen möglich ist. „Die beiden kleineren waren leider so schwer beschädigt, dass wir sie durch neue ersetzen müssen“, sagte Riener. Die Pflasterarbeiten am Gereonshof haben dennoch bereits begonnen. Noch im Frühjahr soll auf einer Fläche von 900 Quadratmetern ein italienisches Restaurant im Torhaus und in Teilen des Atriums eröffnet werden. Die Wohnungen im Haus Colonia, das sich direkt an der Piazza befindet, sollen spätestens im April bezugsfertig sein.
Unmittelbar hinter dem historischen Stadtarchiv, dem heutigen Qvest Hotel, sind in die Neubauten Gereon-Lofts und Agrippina-Palais die ersten Bewohner eingezogen. Insgesamt sind laut Immofinanz aktuell 70 Prozent der Wohnungen im ersten Bauabschnitt des Quartiers verkauft. Die Fassade des 62 Meter hohen Haus Gerling soll bis Mai fertig sein. Das 330 Quadratmeter große Penthouse ganz oben wurde 2014 für einen Rekordwert von 5,9 Millionen Euro an ein Paar verkauft.
Die Bürogebäude entlang der Christophstraße sind entweder fertiggestellt oder befinden sich in der letzten Phase. Die Landesbank Baden-Württemberg hat das neue Gereons-Carrée an der Ecke zum Gereonskloster bezogen.
Der zweite Bauabschnitt, zu dem der markante Rundbau an der Straße Am Klapperhof sowie die Nachbarhäuser gehören, soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Die Vermarktung der Wohnungen dort beginnt im Frühjahr.
