Komiker Max Giermann spielt einen zwielichtigen TV-Moderator. Sogar Kommissar Freddy Schenk ist fasziniert von ihm – bis er sein wahres Gesicht zeigt.
Ausstrahlung am SonntagKölner „Tatort“ spielt hinter den Kulissen einer Kindersendung

Die Schauspieler Dietmar Bär (als Freddy Schenk), Max Giermann (als Frank Anders) und Klaus J. Behrendt (als Max Ballauf) stehen bei Dreharbeiten zum Kölner Tatort „Showtime“ in einem Fernsehstudio auf dem WDR-Produktionsgelände in Bocklemünd. Die Dreharbeiten fanden 2024 statt. (Archivbild)
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Die Leiche eines Kameramanns liegt im Kofferraum eines ausgebrannten Autos. Der Mord an Stefan Glück führt die Kölner „Tatort“-Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) hinter die Kulissen einer TV-Kindersendung. Das Erste zeigt die WDR-Folge „Showtime“ am Sonntag (12. April, 20.15 Uhr).
Generationen von Kindern sind mit der Kult-Show „Sachen und Lachen“ aufgewachsen. „Gesicht“ der Sendung ist seit jeher der beliebte Moderator Frank Anders – gespielt von Komiker Max Giermann. Zusammen mit seiner Frau Caro (Silvina Buchbauer) erklärt er Jungen und Mädchen die Welt.
Auch Schenk ist begeisterter Zuschauer und deshalb glatt ein bisschen aufgeregt, als er wegen der Ermittlungen die Produktionsstudios besuchen und die „Promis“ treffen darf. „Meine Enkelin und ich sind Riesen-Fans“, sagt er zu Anders, als er ihn zu Ballaufs Entsetzen um ein Foto bittet – denn der hat wenig Sinn für sowas und kennt nicht einmal die Sendung. „Mein Gott, hattest Du denn gar keine Kindheit?“, fragt Schenk seinen Kollegen fassungslos.
Moderator entpuppt sich als Choleriker
Doch auf Schenks nostalgische Schwärmerei folgt schon bald die Ernüchterung. Denn wenn die Kamera aus ist, herrscht am Set keineswegs heile Welt, und der vermeintlich stets nette und gut gelaunte Moderator Anders entpuppt sich als Choleriker, der mit übelsten Schimpftiraden um sich wirft.

Schauspieler Max Giermann (als Frank Anders) steht bei Dreharbeiten zum Kölner Tatort „Showtime“ in einem Fernsehstudio auf dem WDR-Produktionsgelände in Bocklemünd.
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Besonders Erkan Acar (Yassin Meret), der als tapsiger Tapir Tassilo ebenfalls zu den Stars der Kinder-Show gehört, ist oft Zielscheibe von Anders' Ärger. Als am Tatort Fellteile von Acers Kostüms gefunden werden, gerät er ins Visier von Ballauf und Schenk.
Jütte macht eine interessante Entdeckung
Deren Assistent Norbert Jütte (Roland Riebling) findet unterdessen heraus, dass das Opfer Stefan Glück hohe Spielschulden hatte – und seltsamerweise kurz vor seinem Tod eine enorme Gehaltserhöhung bekommen hatte. Als Jütte zusammen mit der „Sachen und Lachen“-Praktikantin Marie (Bineta Hansen) nicht genutztes Drehmaterial sichtet, macht er eine interessante Entdeckung.

Die Schauspieler Bineta Hansen (als Marie Wolters), Jasmin Riedler (als Annabelle Mayers), Dietmar Bär (als Freddy Schenk), Erkan Acar (als Yassin Meret), Silvina Buchbauer (als Caro Anders), Max Giermann (als Frank Anders), und Klaus J. Behrendt (als Max Ballauf) stehen im Studio auf dem WDR-Produktionsgelände in Bocklemünd. (Archivbild)
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Mit „Showtime“ ist Regisseurin Isabell Šuba (Drehbuch: Arne Nolting und Jan Martin Scharf) gleich bei ihrer „Tatort“-Premiere eine spannende und vor allem kurzweilige Folge gelungen, die mit viel Augenzwinkern daherkommt, ohne ins Alberne abzugleiten.
Max Giermann, vor allem für seine Parodien bekannt („Switch Reloaded“), kann als schillernder Moderator hier sein Verwandlungstalent auf andere Weise zeigen. Einfach herrlich, wie überzeugend er die zwei Seiten seiner Rolle herausspielt.
Überflüssiger Splitscreen verdirbt den „Tatort“-Spaß nicht
An diese Figur sei er ganz anders herangegangen als er das bei einer Parodie mache, bei der man sich „von außen und eher technisch“ annähere, erklärt Giermann im Pressedossier. „Bei Frank Anders ging es mehr darum, sich in diesen exzentrischen Charakter hineinzufühlen und eine imaginäre Welt zu erschaffen.“
Gewöhnungsbedürftig ist der häufig eingesetzte Splitscreen, der manchmal schlichtweg überflüssig und deshalb nervig ist – etwa wenn Schenk und Ballauf in getrennten Bildern gezeigt werden, obwohl sie nebeneinander im Auto sitzen. Doch der geteilte Bildschirm ist auch schon der einzige kleine Wermutstropfen an einem insgesamt sehr unterhaltsamen „Tatort“-Abend.

