Das Hauptzollamt Köln hat voriges Jahr deutlich mehr Cannabis, Haschisch, Heroin und Ketamin beschlagnahmt als 2024. Die illegale Einfuhr von Botox nimmt zu.
Jahresbilanz 2025Kölner Zoll stellt 15 Tonnen Drogen sicher – und illegales Botox

81 Kilogramm Marihuana, versteckt in Polstermöbeln, hat das Hauptzollamt Köln 2025 in einer Sendung am Flughafen Köln/Bonn entdeckt.
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Auf die Idee, sich Polstermöbel per Luftfracht aus den USA schicken zu lassen, kommt wohl nicht jeder. Als die Zollbeamten am Flughafen Köln/Bonn sich die Sendung genauer anschauten, staunten sie nicht schlecht: Im Inneren der gepolsterten Bänke entdeckten sie insgesamt 81 Kilogramm Marihuana, fein säuberlich in Vakuumbeuteln verpackt. Der Empfänger saß in den Niederlanden. Es war nur einer von zahllosen Fällen im vergangenen Jahr, in dem der Airport als Drehkreuz für den Schmuggel von Drogen und illegalen Substanzen ins In- und Ausland diente. Fast 360 Zollbeamte sind hier rund um die Uhr im Einsatz.
2025 habe man „mehr als 15 Tonnen Drogen mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von rund 300 Millionen Euro sichergestellt. Damit hat sich die Menge mehr als verdoppelt“, sagte Frank Denner, Leiter des Hauptzollamts Köln, bei der Jahrespressekonferenz der Behörde. Die Bilanz könne sich sehen lassen: 2025 haben man allein im Bereich Schmuggelbekämpfung fast 6000 Ermittlungsverfahren eingeleitet, rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr.
278.000 Ecstasy-Tabletten in Pkw aus den Niederlanden entdeckt
Geschmuggelt würden die Drogen überwiegend in Paketsendungen, aber auch in Autos, Reisebussen und Zügen. So fanden die Beamten unter dem Rücksitz eines niederländischen Pkw rund 278.000 Ecstasy-Tabletten. In einem anderen Wagen wurden 26 Kilo Kokain und drei Kilo Heroin entdeckt – versteckt unter einer Gastank-Abdeckung im Kofferraum, berichtete Kai Wilkens, Leiter des Sachgebiets Kontrollen. Die Menge des sichergestellten Marihuana habe sich voriges Jahr von 4,1 auf 11,7 Tonnen nahezu verdreifacht. „Jede Nacht stellen wir am Flughafen Köln/Bonn zahlreiche Pakete mit großen Mengen Cannabisprodukten sicher“, sagte Denner. Er betonte: Es sei weiterhin verboten, sich Cannabisprodukte aus dem Ausland schicken zu lassen, nach Deutschland mitzubringen oder ins Ausland auszuführen.

Säckeweise Ecstasy-Tabletten spürten Fahnder des Hauptzollamts Köln 2025 in einem Pkw aus den Niederlanden auf.
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Ähnliche starke Zuwächse wie bei Marihuana gab es auch bei Haschisch mit 886 Kilo (Vorjahr: 287,4 Kilo), Heroin mit 26,1 Kilo (Vorjahr: 9,8 Kilo) und der Partydroge Ketamin mit 1,1 Tonnen nach 463 Kilo im Jahr 2024. Ketamin entdeckten die Zollfahnder etwa in einer Luftfrachtsendung, die Hanteln enthielt. Die Sportgeräte waren eigens mit einem 3D-Drucker hergestellt worden, um als Behälter für die Droge zu dienen. Rückläufig waren hingegen die vom Kölner Zoll sichergestellten Mengen von Kokain, Crystal Meth und Amphetamin.
Bei Cannabis seien „rund 40 Prozent der Drogensendungen an Personen in Deutschland adressiert, während 60 Prozent für den internationalen Drogenmarkt bestimmt sind und weit überwiegend in europäischen Nachbarländer gehen“, sagte Wilkens. Um die Drogen aufzuspüren, nutzt der Zoll verschiedene Methoden. Unzählige Frachtpapiere werden analysiert, verschiedene Detektoren kommen zum Einsatz. Man setze aber auch weiterhin auf Rauschgiftspurhunde, so Wilkens. Ein wichtiges Hilfsmittel sei ein großes Röntgengerät, mit dem ein ganzer Lastwagen auf einen Schlag durchleuchtet werden kann.
Zollfahnder stellen gefälschte Fußballtrikots und Sneaker sicher
Ein großes Thema für die Fahnder sind unversteuerte Tabakwaren. Im März 2025 wurden auf der A1 mehr als 1,2 Tonnen unversteuerter Shisha-Tabak in einem polnischen Kleintransporter entdeckt. „Das ist ein Steuerschaden von rund 70.000 Euro“, erläuterte Wilkens. Im Mai 2025 seien die Zollfahnder in einem rumänischen Lkw auf der A4 auf 45.000 verbotene Vapes und mehr als 1100 Liter Liquids gestoßen. Da die illegalen Produkte gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten könnten, appelliere der Zoll dringend an die Verbraucher, „auf Produkte mit deutschen Steuerzeichen zu achten“.

Auch gefälschte Fußballtrikots, Sneaker, Modeartikel und Smartphones wurden 2025 vom Hauptzollamt Köln am Flughafen Köln/Bonn entdeckt.
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Bei ihren Kontrollen stellten die Fahnder 148 Waffen sicher – nach 118 im Vorjahr, ein Anstieg um 25 Prozent. Im Bereich der Produktpiraterie wurden Waren im Wert von fast 15 Millionen Euro beschlagnahmt – darunter „mehr als 150.000 gefälschte Taschen, Uhren, Schuhe, Brillen, Bekleidung, Mobiltelefone, aber auch gefährliches Kinderspielzeug und Kfz-Teile“, so Denner. Bei den gefälschten Trikots war neben dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund sogar der Zweitligist SV Elversberg vertreten, der frisch in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist. Die Fälscher sind also topaktuell.
Immer wieder werden auch große Mengen Bargeld sichergestellt – insgesamt 4,3 Millionen Euro waren es 2025. Im Juli fanden die Beamten auf der A4 auf der Ladefläche eines türkischen Kühllastwagens in einer Plastiktüte rund 300.000 Euro. Weitere 200.000 Euro habe man im September auf der A61 in einem Pkw aus den Niederlanden unter der Mittelkonsole entdeckt.
Illegale Einfuhr von Botox nimmt zu
Beim Arzneimittelschmuggel gab es enorme Zuwächse, die sichergestellte Menge verfünffachte sich auf 504 Kilo. „Hervorzuheben ist hier der Anstieg von Botox in Form von Ampullen oder Fertigspritzen, überwiegend aus Südkorea“, so Hauptzollamtsleiter Frank Denner. Das Nervengift Botox wird zur Reduzierung von Falten eingesetzt. Bei den beschlagnahmten Sendungen handelt es sich um Produkte, die ohne die vorgeschriebenen Genehmigungen eingeführt wurden. Empfänger seien zunehmend sogenannte „Beauty-Salons“, die ohne die erforderliche Zulassung Botox-Behandlungen anbieten würden.

Zollamtsinspektorin Katja Fricke zeigt gefärbte Python-Häute, die das Hauptzollamt Köln 2025 am Flughafen Köln/Bonn beschlagnahmt hat.
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Ein weiteres Thema sind Verstöße gegen den Artenschutz. 2025 deckte der Kölner Zoll 74 Fälle auf. Zollamtsinspektorin Katja Fricke, die seit 27 Jahren am Flughafen Köln/Bonn arbeitet, präsentierte zahlreiche gefärbte Python-Häute, rund drei bis vier Meter lang, die per Lkw nach Rumänien gehen sollten. Daraus sollten offenbar Jacken oder Schuhe gefertigt werden. „Erst vor wenigen Tagen haben wir wieder so eine Sendung beschlagnahmt“, berichtete Fricke. Nach Abschluss der Ermittlungen wird die Schmuggelware vernichtet. Einfuhren mit fehlenden Papieren gegen zum Teil zurück an den Absender.
Bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit hat der Kölner Zoll voriges Jahr mehr als 850 Arbeitgeber überprüft und rund 6300 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Beanstandungsquote sei „kontinuierlich gestiegen und liegt derzeit bei 44 Prozent“, so Hauptzollamtsleiter Frank Denner. Die abgeschlossenen Verfahren des Jahres 2025 hätten zu Freiheitsstrafen von insgesamt zehn Jahren geführt.
Nicht zu vergessen ist der Beitrag des Kölner Hauptzollamts für die Staatskasse. 2025 nahm es insgesamt 4,95 Milliarden Euro ein – 120 Millionen Euro mehr als 2024. Den größten Anteil daran hatte die Einfuhrumsatzsteuer mit 4,07 Milliarden Euro. Zölle wurden – wie bereits im Vorjahr – im Umfang von 230 Millionen Euro erhoben.

