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Umwandlung an Bedingung geknüpftStraße In der Westhovener Aue soll zur Fahrradstraße werden

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Forderung der Politik: Die Durchfahrt für Pkw soll an der Unterführung der Autobahn in der Straße In der Westhovener Aue auch in Zukunft unterbunden sein.

Forderung der Politik: Die Durchfahrt für Pkw soll an der Unterführung der Autobahn in der Straße In der Westhovener Aue auch in Zukunft unterbunden sein.

Die Straße In der Westhovener Aue soll zur Fahrradstraße werden. Die Politik stimmt dem Vorschlag der Verwaltung unter einer Bedingung zu. 

In einer Sache sind sich Politik und Stadtverwaltung einig: Die Straße In der Westhovener Aue soll zwischen Westhover Weg und der Armand-Peugeot-Straße zu einer Fahrradstraße werden. Eine entsprechende Vorlage der Verwaltung hat die Bezirksvertretung (BV) Porz zugestimmt. Allerdings nur unter einer Bedingung. „Wir haben hier eine sehr gute Vorlage der Verwaltung, aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail“, sagt Bettina Jureck, Fraktionschefin der SPD in der BV Porz.

So stößt der Vorschlag der Verwaltung, die bestehende Durchfahrtssperre für den motorisierten Verkehr am Westhover Weg unterhalb der A4 zu entfernen, bei den Sozialdemokraten sauer auf. „Damit wäre die Durchfahrt auch für den Kfz-Verkehr möglich“, so Jureck. Dabei hätte die Sperrung seit Jahrzehnten einen Grund: den Schleichverkehr zu verhindern, wenn es andernorts einmal auf den Straßen voll ist. Eine Aufhebung der Sperre würde die Strecke aus Sicht der SPD für den Durchgangsverkehr öffnen. Die Folge: mehr Konfliktsituationen und eine deutliche Gefährdung des Radverkehrs. „Die beabsichtigte Wirkung der Fahrradstraße würde damit ins Gegenteil verkehrt“, sagt Jureck.

Fahrradstraße nur mit Sperre: Streit um Schleichverkehr

Um dies zu verhindern, hat die SPD einen Änderungsantrag eingebracht. Mit dem soll die Zustimmung für eine Fahrradstraße damit gekoppelt werden, dass die bestehende Durchfahrtssperre erhalten bleibt. Ferner soll die Verwaltung zusätzliche wirksame Maßnahmen gegen „illegale Durchfahrten“ prüfen und umsetzen.

Werner Marx, Fraktionschef der CDU, stimmt der SPD in dem Punkt zu, dass der Schleichverkehr unterbunden werden muss. Das Wort illegal sei allerdings falsch. „Fahrradstraße heißt nicht, dass dort keine Pkw fahren dürfen.“ Fahrräder hätten nur Vorrang gegenüber dem Autoverkehr, so Marx.

Die Straße In der Westhovener Aue ist Bestandteil verschiedener Radverkehrskonzepte im Stadtbezirk Porz. Auch ist sie ein Teil der nördlichen Alternative der Rad-Pendler-Route 4. Dieses Routennetz richtet sich primär an Radlerinnen und Radler aus den äußeren Stadtbezirken und den Gemeinden im Umland. Ziel des Netzes ist es, auf mittleren und längeren Distanzen den Umstieg auf das Rad zu ermöglichen. Die Route 4 soll perspektivisch die Stadt Köln mit den Städten Troisdorf und Niederkassel verbinden. Die nördliche Alternative der Route 4 soll eine Ausweichmöglichkeit für den stark frequentierten Leinpfad sein. Im Bereich des Weidenwegs und des Leinpfades gibt es immer wieder Beschwerden über Konflikte und Unfälle zwischen Menschen, die zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sind.

Konflikte und Unfälle seien vorwiegend darauf zurückzuführen, dass sowohl der Leinpfad als auch der Weidenweg in einigen Abschnitten Engstellen aufweisen, heißt es seitens der Verwaltung. Wie der Unfallatlas zeigt, gab es in den vergangenen Jahren allein auf dem Weidenweg mehrere Unfälle mit Beteiligung von Radverkehr. Durch die Einrichtung der Fahrradstraße sollen diese Konflikte, durch eine Alternativroute, entschärft und die Verkehrssicherheit in diesem Bereich erhöht werden, so die Verwaltung. Die verweist zusätzlich darauf, dass der Leinpfad durch Überschwemmungen mehrmals im Jahr abschnittsweise gesperrt werden muss. Deswegen sei die Straße In der Westhovener Aue als Alternative wichtig, heißt es seitens der Verwaltung.