Die Teilnehmerzahl übertraf die Erwartungen bei Weitem. Hunderte Bürgerinnen und Bürger äußerten am Chlodwigplatz ihren Unmut über die prekäre Lage auf dem Kölner Wohnungsmarkt.
Protest am ChlodwigplatzKölnerin mit bewegendem Wunsch

Hilal Özkan war bei der Kundgebung am Sonntag auch dabei. Die Frau, die im Rollstuhl sitzt, hielt ein Plakat fest mit der Aufschrift „Ich möchte einfach nur wohnen“.
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Am Sonntag (27. September) kamen erheblich mehr Personen als ursprünglich registriert zum Chlodwigplatz, um für leistbare Wohnungen einzutreten. Anstelle der prognostizierten 300 Teilnehmer fanden sich etwa 800 Menschen aus Köln zusammen. In der teuersten Metropole von NRW stellt die Wohnungsknappheit ein hochaktuelles Problem dar.
Die Demonstration wurde von einer Allianz initiiert. Kalle Gerigk, der Sprecher, betonte die Wichtigkeit des Themas mit den Worten: „So kann es auf dem Kölner Wohnungsmarkt nicht weitergehen! Die Wohnungsfrage ist auch längst keine Frage einzelner Gruppen oder gar von Einzelschicksalen mehr – sie betrifft die ganze Stadt“.
Persönliche Schicksale auf der Demonstration
Brunhild Berger war eine der Teilnehmerinnen und sprach über ihre Befürchtung, ihr Heim aufgeben zu müssen, weil der neue Besitzer andere Absichten hegt. Sie äußerte sich mit den Worten: „Ich habe große Angst, mein Zuhause zu verlieren – die vier Wände, in denen ich lebe, meine Nachbarschaft und mein vertrautes Umfeld. Ich weiß nicht, wo ich sonst noch wohnen soll“.
Hilal Özkan, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist, führte ein Plakat mit der Botschaft „Ich möchte einfach nur wohnen“ mit sich. Sie beschrieb ihre problematische Lebenslage und äußerte ihren dringenden Wunsch: „Ich wohne in der vierten Etage ohne Aufzug und wünsche mir endlich eine menschenwürdige, barrierefreie Wohnung im Erdgeschoss oder eine Wohnung mit Aufzug. Ich möchte selbstständig und ohne tägliche Hindernisse in meinem eigenen Zuhause leben können“.
Ralf Böddingmeier, der Vorstand des Vereins Oase, welcher sich für wohnungslose Menschen engagiert, sprach ebenfalls. Er konstatierte: „Die Wohnungssituation ist der größte Armutsturbo in unserer Gesellschaft“. Antonia Päßler, eine weitere Teilnehmerin, fügte hinzu, dass leistbarer Wohnraum für jeden verfügbar sein sollte, „gerade auch für Azubis, die in Köln leben und ihre Ausbildung machen wollen“.
Erfolgreiche Gegenwehr als Vorbild
Matthias Jacob lieferte ein Beispiel für erfolgreiche Gegenwehr. Er schilderte, dass sich der Protest seiner Familie ausgezahlt habe. Jacob sagte: „Manche Vermieter nutzen gezielt die Notsituation von Wohnungssuchenden aus. Wir haben uns als Familie dagegen gewehrt und es hat sich gelohnt“.

Matthias Jacob brachte zur Kundgebung einen EXPRESS-Artikel mit, in dem über ihn und seine Familie berichtet wurde.
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Bei der Versammlung präsentierte er einen Bericht des EXPRESS zu seinem Fall. Seine Familie war nach dem Umzug in eine Unterkunft in Köln-Zollstock mit Schimmelbefall, Lärmbelästigung und einer erheblichen Anhebung der Miete konfrontiert worden. Die neue Miete sollte die des vorherigen Mieters um beinahe 79 Prozent übersteigen. Infolgedessen kontaktierte Matthias Jacob den Mieterverein in Köln. (red)