Ein Kiosk-Neubau erhitzt seit Monaten die Gemüter in Klettenberg. Was Außenstehenden vorkommt wie eine Verwaltungsposse, zeigt in einer Nussschale das heikle Dreiecksverhältnis von Öffentlichkeit, Bauherren und Verwaltung in Köln. In diesem Fall hat die Verwaltung einem unbedarften Bauherrn eine Sanierung nach Vorgaben genehmigt, die dieser schließlich ignorierte, um kurzerhand neu zu bauen.
Das Ergebnis an sensibler Stelle im öffentlichen Raum findet nun wenig Anklang bei den Anwohnern. Nun könnte man es sich einfach machen und sagen: Nahversorgung schlägt ästhetisches Empfinden. Doch das würde bei der Sachlage wohl zu kurz greifen. Anwohner, die sich um das Erscheinungsbild ihrer Stadt sorgen, sind ernstzunehmen.
Geschlafen hat hier vor allem die Bauaufsicht, die das von vielen als überdimensioniert empfundene Bauwerk nicht rechtzeitig verhinderte. Nun ist guter Rat teuer, ein runder Tisch soll eine salomonische Lösung ausarbeiten.
Kleines Gedankenspiel: Was, wenn von der Stadt oder einem gesichtslosen Investor in Auftrag gegebene Bauwerke von der Öffentlichkeit in Grund und Boden protestiert würden? Was würde dann aus Vorhaben wie Oper, Laurenz-Carré und anderen Großprojekten...? Auf die Klettenberger Lösung darf man in jedem Fall gespannt sein. Vielleicht ließe sie sich aus der Nussschale dann auch auf eine höhere Ebene übertragen….?