Jahr für Jahr übersteigen die Anmeldezahlen an Kölner Gymnasien und Gesamtschulen die Anzahl der vorhandenen Schulplätze. Die Stadt arbeitet zu langsam daran, den Mangel zu beseitigen.
KommentarDie Schulplatznot in Köln ist für die betroffenen Schüler eine Zumutung


Gegen das Anmeldeverfahren haben betroffene Schülerinnen und Schüler protestiert.
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Es ist gut und richtig, dass die Stadt alles unternimmt, um der bestehenden Schulplatznot in Köln ein Ende zu bereiten. Es ist nicht hinnehmbar, dass jedes Jahr Hunderte Schüler nicht nur an ihrer Wunschschule, sondern auch an der gewünschten Schulform abgelehnt werden.
Die Platzvergabe hat sich zu unwürdigen Lotterieverfahren entwickelt. Und am Ende mussten doch wieder Mehrklassen gebildet werden – an Schulen, deren Klassengröße längst ein zulässiges Maximum erreicht hatten.
Schüler und Eltern in Köln brauchen auch in den kommenden Jahren starke Nerven
Die prognostizierten Schülerzahlen sind lange bekannt. Ebenso die Tatsache, dass durch die Rückkehr zu G9 ein kompletter Jahrgang an den Gymnasien verbleiben wird. Es muss allen Beteiligten klar gewesen sein, dass es nicht immer so weiter gehen kann.
Nach der Ankündigung der Bezirksregierung, Mehrklassen ohne räumliche Erweiterung nicht mehr zu genehmigen, wurde die Taskforce Schulbau ins Leben gerufen. Durch Container und angemietete Gebäude sollen schon im kommenden Schuljahr rund 60 zusätzliche Klassen- und Fachräume geschaffen werden. Das ist eine gute Nachricht.
Dennoch brauchen Eltern und Schüler auch in den kommenden Jahren starke Nerven. Es wird den Prognosen zufolge noch zweieinhalb Jahre dauern, bis es genügend Gymnasialplätze gibt. Und erst in mehr als sechs Jahren wird das voraussichtlich an den Gesamtschulen der Fall sein. Wenn alles glatt läuft. Und das ist bei Bauprojekten in Köln äußerst selten der Fall. So oder so: Für die betroffenen Gesamtschulkandidaten ist das eine Zumutung und dauert viel zu lang.

