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E-Scooter in Köln
Die Stadt muss den zweiten Anlauf durchziehen

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E-Scooter an einer Mobilstation auf der Marzellenstraße in der Kölner Innenstadt.

E-Scooter an einer Mobilstation auf der Marzellenstraße in der Kölner Innenstadt.

Die Stadt plant ein Verfahren, um die Zahl der E-Scooter in Köln um die Hälfte zu reduzieren. Besser spät als nie, findet Redakteur Simon Westphal.

Sieben Jahre lang lebt Köln nun mit den E-Scootern. Sieben Jahre, in denen die Haltung der Kölner zu den bunten Rollern immer weiter auseinanderdriftete. Für die einen sind sie zum etablierten Verkehrsmittel geworden, den anderen sind sie nach wie vor ein Dorn im Auge. Vor allem, wenn sie nicht fahren, sondern mal wieder einen Fußweg blockieren.

E-Scooter in Köln: Anbieter blieben trotz schlechter Bedingungen

Sieben Jahre, in denen die Stadt an vielen kleinen Stellschrauben drehte, um die E-Scooter verträglich ins Stadtbild einzugliedern. Abstellverbotszonen, verpflichtende Parkflächen in der Altstadt, das immer größer werdende Netz der Mobilstationen – das alles sind für sich genommen richtige Maßnahmen. Was fehlte, war ein übergeordneter Plan, um langfristig die Kontrolle über den Markt zu behalten.

In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Roller dann fast auf das Doppelte der angestrebten Menge von 10.000. Und das, obwohl die Bedingungen für die Anbieter nicht gerade attraktiv sind. In Köln erhebt die Stadt im bundesweiten Vergleich die höchsten Sondernutzungsgebühren für E-Scooter. Trotzdem blieben die Anbieter nicht nur, sondern vergrößerten ihre Flotten. In einer Großstadt wie Köln präsent zu sein, ist trotz der damit verbundenen Kosten ganz einfach wichtig für die Sichtbarkeit der Anbieter.

Umso wichtiger ist es, dass die Stadt dabei die Richtung vorgibt, welche Anbieter sich den attraktiven Markt unter welchen Bedingungen aufteilen dürfen. Das geplante Auswahlverfahren ist der richtige Weg dafür. Die Stadt kann die Zahl der Roller dadurch rechtssicher reduzieren. Und durch die Halbierung der Anbieterfirmen wieder verstärkt in den Dialog mit diesen treten, um gemeinsam an neuen Standards zu arbeiten.

Auch vor vier Jahren wäre ein solches Verfahren das richtige gewesen. Der Verdacht liegt nahe, dass die Verwaltung damals davon ausgegangen war, der Markt würde sich selbst regulieren. Das tat er nicht. Nun also der zweite Anlauf, den die Stadt nun dringend durchziehen sollte, um die Kontrolle wieder an sich zu reißen. Besser spät als nie.