Kommentar zu Chaos im WohnungsamtKöln sollte sich in Berlin etwas abgucken

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Häuserfassaden am Rathenauplatz

Häuserfassaden am Rathenauplatz

  1. Eigentlich will die Stadt Köln hart gegen illegale Ferienwohnungen vorgehen. Ein Prüfbericht offenbart nun: Im zuständigen Amt herrscht Chaos.
  2. Dabei ist der fehlende Wohnraum eines der drängendsten Probleme dieser Stadt.
  3. Die Zustände in der Kölner Verwaltung sind nicht hinzunehmen. Ein Kommentar

Köln – Der interne Prüfbericht zur Arbeit der Wohnungsaufsicht liest sich desaströs. Verlorene und unvollständige Akten, mangelhafte Ermittlungen, ohne ersichtlichen Grund eingestellte Verfahren und ein eklatanter Mangel an Personal sprechen für sich. Es stellt sich die Frage, warum angesichts dessen weder die Amtsleitung noch der zuständige Dezernent rechtzeitig eingegriffen haben. Die Missstände blieben stattdessen mindestens über zweieinhalb Jahre lang bestehen – ein Zeichen dafür, dass sich offenbar niemand verantwortlich fühlte.

Der knappe Wohnraum gehört in Köln zu den drängendsten Problemen, denen sich die Stadtspitze und die Politik stellen müssen. Die Ermittlung von Wohnraum, der illegal als Ferienunterkunft an Touristen vermietet wird, mag für sich genommen den akuten Mangel an Wohnungen nicht beheben. Es handelt sich aber um einen wichtigen Baustein im Konzept der Stadt. Deshalb ist es nicht hinzunehmen, dass die Wohnungsaufsicht ihrer wichtigen Aufgabe als Kontrollorgan so nachlässig begegnet ist, wie es laut des Prüfberichts in den vergangenen Jahren der Fall war.

Die Stadtverwaltung sollte dringend einen Blick über den eigenen Tellerrand werfen und nach Berlin richten. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg etwa schickt eigene Ermittler in die Stadt, die illegal als Touristenunterkünfte genutzte Wohnungen eigenständig aufspüren und die Eigentümer zur Verantwortung ziehen. Wenn auch die Kölner Verwaltung diese Aufgabe wirklich ernst nehmen will, muss die Aufsicht personell umgehend und deutlich weiter verstärkt werden.

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