Kölner InitiativeAdenauers grünes Erbe soll erhalten bleiben

Lesezeit 2 Minuten

Vorm Adenauer-Denkmal in der Innenstadt.

Lindenthal/Innenstadt – Mitgehen kann er leider nicht mehr. Aber dabei ist er trotzdem, jedenfalls in Gestalt einer Statue, die an ihn erinnert. Am Adenauer-Denkmal vor der Apostelnkirche haben sich Mitglieder der Initiative „Grüngürtel für Alle!“ versammelt, um danach durch die Stadt zu spazieren und für den Erhalt dessen zu demonstrieren, was der ehemalige Kölner Oberbürgermeister und der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland den Bürgern der Stadt hinterlassen hat.

Nach dem Krieg setzte er durch, dass aus dem alten preußischen Festungsring ein Grüngürtel wurde. Heute sind dort allerdings nicht nur viele Jogger und Spaziergänger unterwegs. Es ist auch das Zuhause des 1. FC Köln.

Gegen den Ausbau des Geißbockheims

Weil der bekannte Kölner Fußballclub sein Gelände im Äußeren Grüngürtel ausdehnen will, haben sich die Bürger vor einiger Zeit zusammengetan, um dagegen zu protestieren. Der Verein möchte sein Trainingsgelände vergrößern und auf der Wiese neben dem Franz-Kremer-Stadion drei Kunstrasenplätze, nebst Umzäunungen und Flutlichtanlagen anlegen, außerdem auf dem bisherigen Kunstrasenplatz südlich des Franz-Kremer-Stadion ein Leistungszentrum errichten. Er begründet die Pläne damit, dass er dringend auf die neuen Plätze und das neue Zentrum angewiesen sei.

Das grüne Adenauer-Erbe steht allerdings unter Denkmalschutz und ist zudem als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Bürgerinitiativen, Denkmalschützer und Naturschutzverbände protestierten deswegen gegen das Vorhaben, seit der Stadtentwicklungsausschuss 2016 beschlossen hat, ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten. Die Bürger hatten im Rahmen einer ersten Öffentlichkeitsbeteiligung Gelegenheit Einspruch gegen die Pläne einzureichen. Im Laufe dieses Jahres wird der Bebauungsplan erwartet.

Sobald der erste Entwurf fertig ist, wird er einen Monat lang im technischen Rathaus in Deutz ausgelegt. Während dieser Zeit können Bürger wieder Einwendungen dagegen vorbringen. Sie werden geprüft, bevor der Bebauungsplan von den zuständigen Ausschüssen beraten und danach vom Stadtrat beschlossen wird. Solange protestieren die Mitglieder der Initiative weiter. „Die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens war der Anpfiff“, sagt Demonstrantin Tina Kluge. „Doch das Spiel ist noch nicht vorbei.“ Unlängst hatten sie prominente Unterstützung erhalten: Konrad Adenauer, Enkel des Grüngürtel-Urhebers, sagte im Express seine Meinung zum Thema: „Nach der Vorstellung meines Großvaters sollte der Grüngürtel der Erholung und dem Breitensport dienen, nicht kommerziellen Zwecken. Entschuldigung, aber so ist es.“

Nachtmodus
KStA abonnieren