Abo

Navigation

KStA PLUS abonnieren

Abo-Angebote

Artikel teilen

Schriftgröße ändern

Artikel zur Merkliste hinzugefügt

Rückgangig

Artikel von der Merkliste entfernt

Sie folgen nun

Rückgangig

Sie folgen

1. FC Köln Weg für Erweiterung des Trainingsgeländes im Grüngürtel ist frei

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle (Mitte) verfolgte die Sitzung im Ratssaal von der Zuschauertribüne aus.

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle (Mitte) verfolgte die Sitzung im Ratssaal von der Zuschauertribüne aus.

Köln – Politisch steht der Erweiterung des Trainingsgeländes des 1. FC Köln nach monatelangen Diskussionen und mehrfachen Vertagungen der zuständigen Ratsgremien nichts mehr im Weg. SPD, CDU und FDP haben nun im Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrats beschlossen, dass der Bundesligist am Geißbockheim im Äußeren Grüngürtel wie gewünscht drei neue Trainingsplätze, vier Kleinspielfelder für den Breitensport sowie ein Leistungszentrum bauen darf. Zum Ausgleich sollen ein kleiner Trainingsplatz des Klubs am Decksteiner Weiher sowie die alte Kampfbahn am Decksteiner Fort – die mehrheitlich vom FC gepachtet wird – renaturiert werden. Grüne und Linke stimmten gegen diese Planung und scheiterten ihrerseits mit eigenen Anträgen zu Alternativstandorten.

Das könnte Sie auch interessieren:

„Das ist ein guter Kompromiss im Sinne des FC und der Natur“, sagte Jörg van Geffen (SPD). Die Gleueler Wiese im Grüngürtel überhaupt nicht zu verändern, wie es Natur- und Denkmalschützer fordern, wäre kurzsichtig gedacht.

„Das war eine spürbar andere Debatte, die sehr emotional geführt wurde“, sagte Niklas Kienitz (CDU). Seine Fraktion habe von Anfang an dazu gestanden, dass der 1. FC Köln drei zusätzliche Trainingsplätze am Geißbockheim bauen dürfe. Es sei trotz intensiver Gespräche nicht gelungen, mit den Grünen als Bündnispartner im Stadtrat eine gemeinsame Lösung zu finden. „Am Schluss gab es nur noch Schwarz und Weiß – daher haben wir uns für Rot-Weiß entschieden“, sagte Kienitz in Anspielung auf die Vereinsfarben des FC.

Fläche für Sportplätze vorgehalten

Ralph Sterck (FDP) verwies auf den sogenannten Grüngürtel-Impuls, den der Stadtrat im April 2013 einstimmig beschlossen hatte. In dem Entwicklungskonzept wurde festgehalten, dass die Flächen auf der Gleueler Wiese, die der FC bebauen will, für Sportplätze vorgesehen sind. „Deshalb verstehe ich nicht, warum überhaupt so lange diskutiert werden musste“, so Sterck.

Kirsten Jahn (Grüne) begründete die Haltung ihrer Fraktion mit dem Versuch, den Grüngürtel zu schützen. „Als der Grüngürtel in den 1920er Jahren angelegt wurden, gab es auf Sportplätzen noch Holztore und keine Flutlichtmasten“, entgegnete sie Sterck. Das sei nicht vergleichbar mit den modernen Kunstrasenplätzen, die der FC plane. „Wir erkennen den Erweiterungsbedarf des FC an, aber man kann das auch an anderer Stelle realisieren, zum Beispiel in Marsdorf“, sagte sie. Das Beispiel des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach zeige, dass ein Umzug funktionieren könne. „Der FC wird in sechs Jahren wieder erweitern wollen, was im Grüngürtel nicht möglich ist“, so Jahn.

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle, der die Debatte im Saal verfolgte, bezeichnete es als erfreulich, dass das vor einem Jahr angestrengte Genehmigungsverfahren einen Schritt vorangekommen ist. Aber, so fügte er hinzu, „man sollte deshalb nicht in Euphorie verfallen, wir sind bei diesem Projekt schon das ein oder andere Mal überrascht worden“. Er sei von Teilen der Verwaltung und der Politik enttäuscht, sagte Wehrle und nannte in dem Zusammenhang die Grünen. Der Verein habe aus den Erfahrungen seine Lehren gezogen, die werde er bei künftigen Vorhaben berücksichtigen. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn es um den immer wieder mal diskutierten Ausbau der Rhein-Energie-Stadions geht.

Die Bürgerinitiative „Grüngürtel für alle“ kritisiert die Entscheidung der Politik. „Der Bürgerwille wird nicht beachtet, das enttäuscht uns, aber wir haben noch einige Pfeile im Köcher“, sagte Sprecher Friedmund Skorzenski. Er fordert, auf den Bau neuer Trainingsplätze gänzlich zu verzichten. „Es ist noch ein langer Weg in diesem Planungsverfahren, und wir werden unsere Möglichkeiten, wie etwa eine Klage beim Verwaltungsgericht, nutzen.“