Die Ukraine feiert Russlands Krieg zum Trotz ihre Unabhängigkeit. In Köln gibt es eine Menschenkette – und klare Worte von Mona Neubaur.
Solidarität zum Unabhängigkeitstag„Wir sind alle Ukrainer“ – Menschenkette mit Halleluja vor dem Kölner Dom
Auf dem Roncalliplatz vor dem Kölner Dom wimmelt es am Montagnachmittag (24. August) von ukrainischen Flaggen, traditioneller ukrainischer Kleidung und gelb-blauen Luftballons. Auch ein paar Europa-Flaggen sind zu sehen.
Die Menschen haben sich geschmückt – für den ukrainischen Unabhängigkeitstag. Auf der Bühne wird ukrainische und deutsche Musik gespielt. Fahnen mit Aufschriften wie „We stand with Ukraine“, „Glory to Ukraine“ und „Stop Putin. Stop War“ sind zu sehen.
Gute Stimmung vor dem Kölner Dom
Die Stimmung auf der Kölner Domplatte sei gut, sagt ein Teilnehmer der Veranstaltung. „Wir freuen uns auf die Musik und sind heute stolz, Ukrainer zu sein.“ Tatsächlich herrscht zeitweise eine Atmosphäre wie bei einem Konzert oder einem Fest für den Frieden.
Yevhenia Panfilova ist mit ihrem Bruder und ihrer Mutter in Köln vor Ort: „Wir sind alle Ukrainer. Es ist uns wichtig, hier zu sein und den Unabhängigkeitstag zu feiern“, sagt sie.
Menschenkette mit Halleluja
Schließlich wird dazu aufgerufen, eine Menschenkette zu bilden: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer reihen sich nebeneinander auf und rollen eine 100 Meter lange ukrainische Fahne auf, begleitet von den Klängen des live auf der Bühne gesungenen „Halleluja“. Ganz um den Dom reicht die Kette nicht, aber von einer Seite zur anderen.

Gute Stimmung bei der Menschenkette auf der Kölner Domplatte am Montag (24. August).
Copyright: Ida Baggen
Während die ukrainische Kultur mit einer Tanzgruppe und ukrainischer Musik gefeiert wird, wird mit einer Schweigeminute auch den im andauernden Abwehrkrieg gegen Russland gefallenen Soldatinnen und Soldaten gedacht.
„Die Ukraine hat viele Prüfungen durchgestanden“
„Die Ukraine hat viele Prüfungen durchgestanden. Gerade deswegen verstehen wir heute besonders deutlich: Unabhängigkeit ist das Recht eines Volkes, seine Zukunft selbst zu bestimmen“, sagt Oksana Tarasyuk, Generalkonsulin der Ukraine in Düsseldorf. „Genau für dieses Recht kämpft die Ukraine heute.“
Schließlich wendet sich auch NRW-Vizeministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne) an das Publikum in Köln. „Wer glaubt, Putin wird an den Grenzen Europas Schluss machen, der täuscht sich“, warnt die Wirtschaftministerin. „NRW, Deutschland, Europa sind permanenter Gegenstand von Cyberattacken aus Russland.“
Mona Neubaur: „Wir lassen Sie nicht im Stich“
Neubaur spricht der Ukraine ihre Solidarität aus – und versichert die Unterstützung Nordrhein-Westfalens. „Das ganze Landeskabinett, die demokratischen Parteien in NRW – wir lassen Sie nicht im Stich. Wir vergessen nicht, welche Arbeit, welcher Mut, welche Tapferkeit in der Ukraine stellvertretend für unsere Werte geleistet werden“, erklärt die Grünen-Politikerin.
Die Bundesregierung müsse russischen Cyberattacken entschieden entgegentreten, so Neubaur. „Es ist unsere verdammte Pflicht, alles dafür zu tun, dass Kinder in Frieden und Freiheit und Sicherheit leben können, mit einer Zukunft mit Perspektive“, erklärt sie.
