Abbruchhaus in Köln-MülheimRuine an der Wallstraße soll abgesichert werden

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Die Abbrucharbeiten ruhen seit Monaten, die Baustelle ist nur notdürftig abgesichert.

Mülheim – Eine Ruine beschäftigte die Bezirksvertretung Mülheim während ihrer jüngsten Sitzung. Nijat Bakis (Linke) fragte an, warum ein Gebäude in der Wallstraße, Ecke Seidenstraße in seinen Augen nur unvollständig abgebrochen wurde und die Reste nur unzureichend gesichert scheinen.

Bei dem Gebäude handelt es sich um das ehemalige Wohnhaus Wallstraße 86-90. Im Sommer 2013 hatte es in dem Haus gebrannt. Ein Jahr später wurde mit den Abbrucharbeiten begonnen, bis sie im Oktober 2014 wieder stockten: Der Eigentümer und die Bauaufsicht der Stadt waren sich nicht einig, ob eine gültige Abbruchgenehmigung vorlag. Erst vor wenigen Monaten wurden die Arbeiten offiziell beendet.

Sicherung ist unzureichend

„Die Sicherung der Abbruchstelle ist unzureichend“, sagte Bakis. Er beklagt unter anderem, dass eine vorhandene Absperrung lediglich aus losen Gittern bestehe. Für Kinder seien die noch vorhandenen Räume und Keller frei zugänglich. Bakis: „Ist das der Verwaltung bekannt und was gedenkt sie gegen die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen zu unternehmen?“

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Lünenbach will wissen, was los ist: „Die haben zwar bis zum Torbogen abgebrochen, aber fachgerecht sieht das nicht aus.“ Er habe sich vor zwei Monaten an das Bürgeramt gewandt, weil die Reste ungesichert gewesen seien: „Die Kellerzugänge waren offen und jeder konnte rein.“ Auch er erwartet, dass der Missstand zügig beseitigt wird.

Im Bauaufsichtsamt kann man diese Fragen nicht verstehen. „Der Abriss wurde durchgeführt wie genehmigt und abgeschlossen. Es handelt sich nicht mehr um eine Baustelle. Für die Verkehrssicherheit – Verhinderung unbefugtes Betreten – ist bei der Stadt Köln das Amt für öffentliche Ordnung Ansprechpartner“, gibt dessen Chefin Angela Thiemann Auskunft.

Torbogen wird gestützt

Diese Antwort fand Lünenbach skandalös: „Wenn das eine abgeschlossene Baustelle sein soll – ich weiß nicht.“ Er erwartet nun aber vom Ordnungsamt, dass dieses unverzüglich tätig wird und für Sicherheit sorgt. Lünenbach: „Oder wollen die warten, bis ein Kind verunglückt?“ Da Thiemann wenige Stunden nach ihrer Antwort in den Urlaub ging, gab Rainer Straub stellvertretend für sie noch eine Erklärung ab : „Formal ist der Abbruch tatsächlich abgeschlossen und der Gebäuderest dient offensichtlich statischen Zwecken – um den benachbarten Torbogen zu stützen.“ Er werde sich darum kümmern, damit der Gebäuderest vernünftig eingezäunt wird.

Im Amt für öffentliche Ordnung ist man bereits aktiv: „Wir haben den Eigentümer zu Sicherungsmaßnahmen aufgefordert und der ist dem nachgekommen“, sagt Fachbereichsgruppenleiter Marcus Kühlem. Seine Mitarbeiter würden jetzt nochmals prüfen, ob weitere Absicherungen nötig sind.

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