An Pfingstmontag wurde die „neue-alte“ Orgel in der Christuskirche Köln-Dellbrück eingeweiht. Das Instrument war seit Januar 2025 ausgebaut.
Gemeinde kommt zusammenChristuskirche Köln-Dellbrück weiht sanierte Orgel ein

Die sanierte Orgel
Copyright: Thomas Ahrendt
1645 Pfeifen, die kürzeste ein Zentimeter und die längste fünf Meter lang, erklingen nun wieder in der evangelischen Christuskirche Köln-Dellbrück. Im Januar 2025 wurde die Orgel zur Reparatur und Aufrüstung ausgebaut. Seit Pfingsten 2025 wurde die leere Außenkonstruktion von einem Kunstwerk von Reinhard Doubrawka geschmückt, das aus Wort-Ideen für Gemeinschaft aus der Gemeinde entstanden ist. Nun ist das ganze Innenleben zurück und am Pfingstmontag wurde die sanierte Orgel wieder eingeweiht. „Es ist schön, dass das Instrument wieder da ist und so toll klingt“, freut sich Pfarrer Ulrich Kock-Blunk.
Rund fünf Jahre hat der gesamte Prozess zur „neuen“ Orgel gedauert. Damals wurde festgestellt, dass die Orgel aus den 1960er Jahren saniert werden muss, weil unter anderem die Elektronik ein Sicherheitsrisiko darstellt. Aber auch Schwächen wie immer wieder verstimmte Pfeifen waren Gründe dafür, dass eine Reparatur unumgänglich war.

Die leere Orgel, abgedeckt mit dem Kunstwerk von Reinhard Doubrawka.
Copyright: Thomas Ahrendt
Köln-Dellbrück: Christuskirche hat neue-alte Orgel
Eine Beratung mit der Landeskirche zeigte, dass die Kosten bereits nur für das, was unbedingt gemacht werden musste, sehr hoch gewesen wären. Immerhin ist eine Orgel ein komplexes Instrument mit vielen Einzelteilen. „Schlussendlich haben wir gesagt: Wenn wir weiter einen musikalischen Schwerpunkt haben wollen, dann müssen wir dafür sorgen, dass die Menschen hier Musik machen wollen, und dafür braucht es ein ausgezeichnetes Instrument“, sagt der Pfarrer. „Damit war klar, dass wir die Orgel nicht nur reparieren, sondern auch aufwerten wollen.“
Nach einer Ausschreibung wurde die Firma Orgelbau Hubert Fasen beauftragt. Diese hat die Orgel vergangenes Jahr ausgebaut, in der Werkstatt in der Eifel repariert und nun wieder eingebaut. „Wir haben im Endeffekt ein klassisches Orgelwerk wiederaufgebaut und mit Elektronik aufgepeppt“, erklärt Orgelbaumeister Hubert Fasen.
Orgel in der Christuskirche wurde repariert und aufgewertet
Ziel war es laut Pfarrer Kock-Blunk, mit dem Bestand respektvoll umzugehen und so viel wie möglich von der alten Orgel beizubehalten. So wurden kaum neue Pfeifen eingesetzt, sondern die alten wiederverwendet. Auch das äußere Gerüst ist das gleiche, innen wurde jedoch vieles umorganisiert und die Mechanik sowie Elektrik neu gemacht. Die Orgel kann so beispielsweise aus dem Kirchraum gesteuert werden und Töne und Lieder können aufgenommen werden. So sei die Bandbreite an Möglichkeiten beim Spielen größer.
Gekostet hat die Reparatur rund 250.000 Euro, erzählt Kock-Blunk. 150.000 davon muss die Kirche innerhalb von fünf Jahren sammeln. Ein Großteil davon ist bereits zusammen. „Ich finde, das Allerschönste an dem ganzen Projekt ist, wie die Gemeinde zusammengekommen ist und es zu einem Gemeinschaftsprojekt geworden ist“, sagt Kock-Blunk.
Teile des Betrags seien durch den Kirchbauverein und Unternehmensspenden zusammengekommen, aber das Meiste komme von den Menschen aus der Gemeinde und der Umgebung. Es habe diverse Aktionen gegeben, um Geld für die Orgel zu sammeln – beispielsweise habe ein Weinladen einen Orgelsekt kreiert und eine Goldschmiedin habe ein Orgelschmuckstück geschaffen. „Ich bin ganz beglückt, dass die Menschen teilhaben“, sagt Kock-Blunk, „und nun haben wir wieder dieses tolle Instrument für die Gemeinde.“
