Wolfgang und Rosemarie Büchner wohnen seit drei Jahren wieder in Köln. In ihren 60 Jahren Ehe war Köln immer wieder ihre Wahlheimat.
Diamant-HochzeitPaar aus Köln-Holweide ist seit 60 Jahren verheiratet

Wolfgang und Rosemarie Büchner feiern am 18. März ihre Diamant-Hochzeit.
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„Man würde es wohl Liebe auf den ersten Blick nennen“, sagt Wolfgang Büchner, „es waren einfach andere Zeiten, aber mich haben andere Frauen wenig interessiert“. Büchner wird 1944 im Krieg in Stettin geboren, seine Familie flieht nach Lübeck, den Großteil seiner Jugend verbringt er in Iserlohn auf, lernt Werkzeugmacher und geht 1963 zur Luftwaffe. Für einen Lehrgang ist er 1964 dann in Lagerlechtfeld und lernt bei einem Tanz Rosemarie kennen, die 1946 in Schwabmünchen geboren wurde.
„Mein Papa hat vor jedem Tanz gesagt, ‚pass auf, dass du nicht mit nem Kind nach Hause kommst‘, ich wusste ja gar nicht, was er damit meint“, erinnert sich die 79-Jährige heute lachend. Sie habe einfach nur tanzen wollen, und mit Wolfgang tanzte sie besonders gerne. „Das war ganz toll“, erinnert sich Rosemarie, „wir wussten direkt, dass wir uns wieder sehen wollen“.
Köln-Holweide: Wolfgang und Rosemarie Büchner feiern Diamant-Hochzeit
Silvester 64 fuhr Wolfgang also wieder nach Bayern und die beiden beschlossen, sich Ostern 65 zu verloben. Sie waren sich sicher, auch wenn seine Eltern nicht überzeugt von der Fernbeziehung gewesen seien. Sie redeten immer wieder auf Wolfgang ein, es gäbe doch auch tolle Frauen in Iserlohn. „Wir haben uns davon nicht beirren lassen“, sagt der 81-Jährige.
Und so heirateten Wolfgang und Rosemarie Büchner am 18. März 1966 und zogen kurz danach zum ersten Mal nach Köln. Nach unterschiedlichen Stationen im Rheinland, kamen sind sie vor drei Jahren wieder in ihre Wahlheimat zurück und leben nun in Köln-Holweide, wo sie ihre Diamantene Hochzeit feiern werden.
Ihre Wohnung mit kleinem Garten ist in der Nähe ihrer Familie und sie können sich an ihrem Hochbeet, Eichhörnchen und Vögeln im Garten erfreuen. Immer wieder bekommen sie auch Besuch von dem Nachbarhuhn Elfriede, das sie freudig erwarten. „Wir haben viel erlebt und sind jetzt einfach zufrieden hier“, sagt Wolfgang überzeugt. Das Leben sei nicht immer leicht gewesen, aber gemeinsam haben sie eben gelebt.
60 Jahre Ehe schafft man, wenn man immer zusammenhält und Freud und Leid zusammen aushält
1967 kam ihre erste Tochter zur Welt, zwei Jahre später die zweite. Wolfgang arbeitete sich immer weiter in der Bundeswehr nach oben. „Ich habe als Soldat zumindest erlebt, dass es keinen Krieg in Deutschland gab, da habe ich ein bisschen mitgeholfen“, sagt der 81-Jährige stolz. Rosemarie ist weitgehend zuhause bei den Kindern geblieben und sie konnten viel zusammen reisen.
Wolfgang war beruflich viel unterwegs. Als ihre ältere Tochter 1977 durch einen Autounfall ums Leben kommt, war er in Amerika. „Das war sehr hart und traurig“, erinnert Wolfgang sich, „aber auch Leid gehört zum Leben dazu“. Wichtig sei dann, füreinander da zu sein. Denn 60 Jahre Ehe, das schafft man laut Wolfgang, „wenn man immer zusammenhält und Freud und Leid zusammen aushält“.


