Anfang August findet das Klangraum Festival in Mülheim statt. Für den künstlerischen Leiter Frederick Winterson ist es ein Herzensprojekt.
Et Kapellche e. V.Klangraum Festival in Köln-Mülheim soll klassische Musik für alle erfahrbar machen

Das Klangraum Festival in Köln-Mülheim soll klassische Musik für alle erfahrbar machen.
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Klassische Musik in die jetzige Zeit zu holen, bezahlbar zu machen und zu zeigen, dass sie für alle etwas ist oder sein kann, das sei ein wenig die Mission von Frederick Winterson. Der Mülheimer ist klassischer Cellist, hat in Frankfurt, London und Essen studiert, bevor es ihn zurück in seine Heimat gezogen hat, und reist immer wieder für die Musik um die Welt. Eins seiner Herzensprojekte findet aber in Köln-Mülheim statt: Seit 2021 organisiert der 32-Jährige das Klangraum Festival in der ehemaligen Klosterkapelle Et Kapellche.
Angefangen hat alles mit seiner Oma, die ihn 2020 zum Veedel- und Nachbarschaftsverein Et Kapellche e. V. gebracht hat. „Der Verein hat damals ganz tolle Veranstaltungen gemacht, aber es gab nichts mit Musik“, erinnert sich Winterson. Also brachte er die Idee ein, den Saal regelmäßig für Konzerte zu nutzen. „Der Saal passt ideal für Kammerkonzerte für Ensembles mit zwei bis 10 Instrumenten“, sagt der Mülheimer, „die Form, die Größe, das Holz und die hohe Decke sorgen dafür, dass es ganz besonders und toll klingt.“

Frederick Winterson, künstlerischer Leiter des Klangraum Festivals.
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Köln-Mülheim: Klangraum Festival findet vom 8. bis 16. August statt
Also fing Winterson an, gemeinsam mit Vereinsmitgliedern Konzerte unter dem Namen Klangraum zu organisieren. Schon der Name sollte nicht zu eng eine Musikrichtung beschreiben und zeigen, dass die Veranstaltungsreihe offen für alle Musikstile ist. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden die ersten Konzerte online statt. 2021 durfte dann plötzlich wieder Publikum vor Ort sein. „Und dann kam ganz spontan und kurzfristig die Idee, ein Festival im August zu veranstalten“, erinnert sich Frederick Winterson.
Und so war das Klangraum Festival gegründet. Kern des Festivals ist auch wegen Wintersons Hintergrund die klassische Musik, aber auch Jazz und Weltmusik sowie Veranstaltungen für Kinder sind Teil des Programms, das sehr vielfältig ist. „Ziel ist es auch, mit dem Festival Vorurteile über klassische Musik aufzubrechen“, sagt der Kölner. „Klassische Musik ist nicht nur für Menschen mit viel Geld, Bildung und Ahnung, sondern für alle da, und deshalb wollen wir sie verfügbar machen, für weniger Geld und ohne Regeln.“ Mit dem Programm möchte Winterson auch Kontraste bilden und Distanz zwischen Publikum und Musikerinnen und Musikern abbauen.
Nun findet das Festival vom 8. bis 16. August zum sechsten Mal statt und hat sich mittlerweile in der Szene etabliert. „Die Leute, die hier spielen, sind teilweise weltbekannt und haben die weltweit größten Wettbewerbe gewonnen“, erzählt Winterson stolz, „sie spielen auf den international größten Bühnen und spielen dann hier in Köln-Mülheim genauso gerne.“

Streichmusiker bei einem Konzert im Rahmen des Klangraum Festivals in Köln-Mülheim.
Copyright: Et Kapellche e.V.
Frederick Winterson will mit Klangraum Festival Vorurteile über klassische Musik aufbrechen
Besonders schön findet Frederick Winterson, dass die Musikerinnen und Musiker immer wiederkommen. „Wenn sich alle wohlfühlen, hört und sieht man das auf der Bühne“, sagt der Kölner. Grund dafür sei die familiäre Atmosphäre des gesamten Festivals, ist der 32-Jährige überzeugt. Zum einen seien das Publikum und die Vereinsmitglieder super einladend und wertschätzend, zum anderen verbringen die Musikerinnen und Musiker eine Woche gemeinsam mit Proben, Essen und Trinken. Und sie kommen in Gastfamilien in Mülheim unter.
Zu Anfang haben alle bei Frederick Wintersons Oma übernachtet: „Sie hat dann für alle Frühstück gemacht und wir haben die gesamte Woche zusammen gelebt“, sagt Winterson lächelnd. Mittlerweile kommen die Musikerinnen und Musiker bei Mitgliedern des Vereins unter, aber die Oma, die vor Kurzem gestorben ist, habe ausschlaggebend zum ganzen Vibe des Festivals beigetragen. Deshalb will Frederick Winterson ihr das diesjährige Festival widmen.
Das beginnt am 8. August mit einem Balkan-Jazz-Konzert von Borscht for Breakfast. Die offizielle Eröffnung mit Werken von Beethoven, Glass und mehr ist am 12. August. Es folgen Klassikkonzerte sowie Kinder- und Draußenprogramm und das Abschlusskonzert „Jazz Night“ am 16. August. Tickets für einzelne Konzerte, drei Konzerte oder Festivalpässe gibt es auf etkapellche.de.
