Nach drei Jahren wieder im PalladiumTrettmann begeistert in Köln mit minimalistischem Auftritt

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Links das Publikum, rechts Trettmann auf der Bühne vor einer Videoinstallation

Parallel zu Trettmanns Konzert liefen unter anderem seine Musikvideos hinter ihm auf der Bühne.

Der Rapper Trettmann setzt bei seinem Kölner Auftritt auf ein minimalistisches Bühnenbild mit wenigen Farbakzenten. Einer davon überraschte das Publikum.

Vor ausverkauftem Haus im Kölner Palladium hat Trettmann am Dienstag ein überzeugendes Konzert gespielt. Der Rapper lieferte im Rahmen seiner „Comeback“-Tour 2023 ein Set, das keine Wünsche offen ließ. Von „6 Nullen“ über „Knöcheltief“ bis zu „Grauer Beton“ waren alle Hits dabei. Zahlreiche Stücke des neuen Albums „Insomnia“ wie „Gekreuzte Finger“ und „Stefan Richter“ waren ebenfalls Teil des Auftritts. In „Stefan Richter“ besingt Trettmann seine Jugend vor und nach der Wende im Osten – es ist sein bürgerlicher Name.

Zwei Tänzer neben Trettmann auf der Bühne

Phasenweise begleiteten zwei Tänzer Trettmanns Gesang.

Anfangs grüßt Trettmann das Kölner Publikum sichtlich erfreut mit „Es hat drei Jahre gedauert, bis ich wieder im Palladium aufschlage“. Er spielt auf die beiden Pandemiejahre an und das Jahr 2022, in dem Trettmann aus gesundheitlichen Gründen alle seine Festivaltermine abgesagt hatte. Vorne auf der Bühne steht ein Würfel mit einer LED-Wand. Auf der so erzeugten Fläche laufen mal Trettmann und mal Schnipsel aus seinen Musikvideos.

Trettmann in Köln: „Es hat drei Jahre gedauert, bis ich wieder im Palladium aufschlage“

Trettmann füllt von Beginn an das minimalistische Bühnenbild mit seiner Bühnenpräsenz. Alles ist schwarz-weiß, den einzigen farblichen Akzent liefert der lila „Trettmann“-Schriftzug auf seinem schwarzen Oberteil.  Im Gegensatz zum Rest der Branche kommt er ohne Ersatzrapper aus. Zeitweise begleiten ihn zwei Tänzer, und gegen Ende des Konzerts, nur für den Song „Zeit steht“, Sängerin Alli Neumann. Spätestens jetzt steht das Publikum Kopf. Der Rapper wirft zum Höhepunkt einige seiner Bandshirts in die feiernde Menge.

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Moshpit im Publikum

Spätestens bei Alli Neumanns Gastauftritt war das Publikum nicht mehr zu halten.

Während des ganzen Konzerts tanzt Trettmann um den LED-Würfel herum und klettert einmal auch darauf. In der Mitte des Konzerts singt auch Levin Liam als zweiter Gast des Abends seinen Song „Für dich da“ gemeinsam mit Trettmann. Nach weniger als eineinhalb Stunden ist das Konzert schließlich vorbei. Es war durchchoreografiert, fast schon durchgetaktet – Trettmann und Publikum wirken erschöpft aber glücklich.

Palladium Köln: Trettmann spielt vor ausverkauftem Haus

Trettmanns jüngstes Album „Insomnia“ war nach einer längeren Auszeit statt im September 2022 im März 2023 erschienen. Es ist die letzte Zusammenarbeit mit dem Produzententeam „Kitschkrieg“ und Anlass für die „Comeback“ Tour 2023. Die anderen Hallenkonzerte in Berlin, Hamburg, München und Leipzig sind wie Köln ebenfalls ausverkauft.

Trettmanns Musik kann man dem Hip-Hop, R'n'B und Dancehall zuordnen. Er rappt seine Texte oder singt – teilweise mit automatischer Tonhöhenkorrektur. 1973 wurde er im heutigen Chemnitz geboren und lebt aktuell in Leipzig.

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