Köln-Mülheim – In diesen Tagen stellen die dafür zuständigen Ratsausschüsse die Weichen für die Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs in Mülheim. Aus der vier Hektar großen jetzigen Brachfläche zwischen Schanzenstraße und der KVB-Trasse für die Linie 4 soll der Arbeitsplatz für Tausende Menschen werden. Mit der Bebauung gelinge es den Mülheimer Norden einen großen Schritt nach vorne zu bringen, so die Planer. Man könne „mehrere Tausend Arbeitsplätze“ schaffen und langfristig sichern. In ihrer Beschlussvorlage spricht die Verwaltung erstmals vom „Schanzenviertel“ – eine Bezeichnung, die man bislang für ein Hamburger Szeneviertel kannte. Das Kölner „Schanzenviertel“ werde durch das Bauprojekt „zu einem für die Stadt bedeutenden Wirtschaftsstandort weiterentwickelt“.
Wir groß das Areal ist, das seit 1982 brach liegt, konnte man im vergangenen Jahr bei der „Birlikte“-Kundgebung erleben, wo zeitweise 50000 Menschen auf dem Gelände vor einer riesigen Doppelbühne standen, ohne dass es eng wurde. Wahrscheinlich hätten sogar 100000 Besucher locker Platz gefunden auf dem alten Bahngelände.
Enttäuschung vor Ort
Am Mittwoch, 6. Mai, um 19 Uhr sind interessierte Bürger ins E-Werk an der Schanzenstraße 37 eingeladen, um sich über das städtebauliche Planungskonzept für den Bebauungsplan für den ehemaligen Mülheimer Güterbahnhof zu informieren, Fragen zu stellen und eigene Ideen vorzutragen. (fra)
Hier sollen nun zwei- bis sechsgeschossige Bürohäuser und ein siebengeschossiges Hotel gebaut werden. „Städtebaulicher Hochpunkt“ soll ein dreizehn Stockwerke hohes Haus gegenüber den einstigen Verwaltungsgebäuden der Kölner Traditionsfirma Felten & Guilleaume werden. Das Hochhaus biete die „notwendige Sichtbarkeit“ für eine Konzernzentrale.
Wenn die Stadt an diesem Mittwoch ihr Planungskonzept für den Bebauungsplan vorstellt, wird es sicher nicht nur Applaus geben. Die Ziele der städtischen Planer sind nicht die gleichen, die in den vergangenen Jahren mit Mülheimer Initiativen diskutiert wurden. Entsprechend groß ist vor Ort die Enttäuschung. Mit der Entwicklung verband sich die Hoffnung, eine eher kleinteilige Verbindung zwischen den alten Gebäuden an der Schanzenstraße und dem Rest Mülheims herzustellen und in diesem Areal Wohnen und Arbeiten zu verknüpfen. Nun drückt die Stadt aufs Tempo, weil sich der Versicherungskonzern Zurich für das Areal interessiert. Er würde einen Großteil der Gebäude für seine Deutschland-Zentrale nutzen. Alternativ denkt die Versicherung über die Deutzer Messe-City als Standort nach.