Abo

Nach jahrelangem ÄrgerSüdbrücke darf langfristig veranstalten – „Köln gewinnt verdammt gute Location“

3 min
19.09.2025, Köln:Konzert der DoNots an der Südbrücke. Foto:Dirk Borm

Konzertabend an der Location Südbrücke in Poll (Archiv)

Die Stadt Köln hat der Open-Air-Location in Poll eine langfristige Nutzungserlaubnis erteilt. Um diese hatten sich die Betreiber jahrelang bemüht. 

Eine jahrelange Hängepartie endet: Die Open-Air-Location Südbrücke in Poll hat nun eine langfristige Nutzungserlaubnis von der Stadt Köln erhalten. Das haben die Betreiber dieser Redaktion mit. Gesellschafter Yediyar Isik („Schrotty“, „Quartier b“) sagte am Montag: „Ich freue mich. Das ist existenziell für die Südbrücke. Köln hat eine verdammt gute Location gewonnen.“ Auch die Stadt bestätigt das auf Nachfrage. Eine Sprecherin teilt mit: „Die Baugenehmigung wurde erteilt und ist (antragsgemäß) bis 31.12.2034 festgelegt.“ Das Gelände an der Alfred-Schütte-Allee gehört den Schüttewerken. Zu ihren Vermietern hat die Location nach Angaben von Isik ein sehr gutes Verhältnis.

Das jahrelange Hin und Her mit der Stadtverwaltung hänge den Betreibern trotz der guten Nachricht noch nach. „Wir mussten so viel Ärger machen, um unser Recht zu bekommen. Es lag an der Bauaufsicht, wir hatten alle Unterlagen geschickt.“ Viel Geld und Zeit hätten sie verloren, so Isik. „Und wir hatten keine Planungssicherheit. Jetzt wird es erst einmal holprig. Bis Ende des Jahres werden wir nicht mehr viel anbieten können. Für Halloween und Silvester versuchen wir noch, etwas auf die Beine zu stellen“, sagt Isik. Ein Veranstaltungsprogramm benötigt mehrere Monate Vorlauf, weshalb die Betreiber der Südbrücke Künstler und Veranstalter nicht auf gut Glück buchen wollten. 

Konzerte, Biergarten, Partys an Kölner Location Südbrücke

04.08.2026 Köln. Klubkomm und Südbrücken-Betreiber informieren über Genehmigungsprozesse. Foto: Alexander Schwaiger

Alternatives Gelände mit Biergarten, Bühne aus Übersee-Containern und Urban-Gardening.

Für nächstes Jahr verspricht Isik ein paar Konzert-Höhepunkte. „Ein paar fette Namen sind dabei.“ Auch der wegen der unklaren Genehmigungslage stillgelegte Biergarten könne dann seinen Betrieb wieder aufnehmen. Konzerte, Märkte, Partys und andere Veranstaltungen – von Film, Theater hin zu Lesungen – ist alles denkbar. Mit einer langfristigen Spielerlaubnis könne die Südbrücke auch kulturellen Initiativen und nicht profitorientierten Projekten eine Fläche bieten. Dieses Jahr hätten sich die Betreiber, um sich finanziell zu halten, auf kommerziell erfolgreiche Events fokussiert.

Kölner Südbrücke durfte in diesem Jahr NRW-Erlass nicht anwenden

Die Stadtverwaltung hatte diesen Sommer per Ordnungsverfügung Events an der Open-Air-Fläche ohne eine jeweilige Einzelgenehmigung untersagt. Einige Termine im Juli und August mussten daraufhin ausfallen, da die Bauaufsicht mit der Bearbeitung der Einzelanträge für die zahlreichen Termine nicht mehr hinterherkam. Hintergrund für das komplizierte Prozedere war, dass die Stadt der Südbrücke nicht mehr erlaubte, einen NRW-Anlass von 2024 anzuwenden.

Dieser regelt, dass 25 Events im Jahr mit unter 5000 Besuchern keine Einzelgenehmigung der Bauaufsicht benötigen, sofern alle weiteren vorgeschriebenen Gutachten vorliegen. Wie viele andere nutzte auch die Südbrücke diese Regelung im Jahr 2025. Doch als einzige Kölner Location durfte sie diesen Erlass nicht mehr anwenden. Die Klubbkomm, der Kölner Verband der Clubs und Veranstalter, kritisierte das Vorgehen der Stadt als „willkürlich“ und nicht nachvollziehbar. 

Nach einem Aufruf in der Öffentlichkeit und mehreren Berichten dieser Redaktion, kam Bewegung in die Sache. „Endlich können wir richtig arbeiten, vorher waren wir immer mit angezogener Bremse unterwegs“, sagt Isik.