Nippes – Ein wenig wirkt die Szenerie auf dem Grundstück Nordstraße 17 schon auf den Betrachter, als schriebe man das Jahr 1946 oder 1947 – mit ein bisschen Fantasie könnte man sich vorstellen, dass hier die Kulisse für den Dreh eines Kölner Nachkriegs-Epos wäre. Auf dem eingezäunten Areal liegen Schutt und Trümmer; ein kleines graubraunes Haus steht etwas zurückgesetzt direkt an der Brachfläche. Während die Fenster im Erdgeschoss verbarrikadiert sind, scheint die obere der beiden Etagen noch bewohnt.
Auf der anderen Seite ist ein Gebäude schon teilentkernt, die Fensterscheiben fehlen. Seit Monaten bietet sich dieser Anblick im nordöstlichen Nippes. Viele kennen das Grundstück: Es grenzt an ein historisches Tankstellen-Häuschen und liegt schräg gegenüber der Gaststätte „Hahnheiser“. Bis vor kurzem hing am Bauzaun ein rotes Schild mit einer Baustopp-Verfügung der städtischen Bauaufsicht.
„Die Baustelle wurde versiegelt, da mit dem Abbruch ohne Baugenehmigung begonnen wurde“, erläutert das städtische Presseamt. Inzwischen ist das Baustopp-Schild jedoch entfernt; der Bauträger habe inzwischen die nötigen Dokumente vorgelegt. Allerdings könne der Abbruch derzeit noch nicht fortgesetzt werden, da Teile der Gebäude noch bewohnt werden, heißt es weiter.
Geplant ist auf dem Gebäude ein Neubau mit 29 Wohneinheiten. „Der Bauantrag wird demnächst eingereicht. Wir hoffen auf einen Baubeginn Mitte/Ende 2020“, heißt es vom Vorhabenträger, der Baucon Projektmanagement GmbH aus Köln. Man sei derzeit „im engen Austausch mit den Altmietern“ und sei „sehr zuversichtlich, gemeinsam eine Lösung zu finden“. Ein wenig werden sich die Nippeser also noch mit dem „nachkriegs-ähnlichen“ Anblick abfinden müssen.
Presseamt der Stadt Köln