Rodenkirchen – Weniger Bienen, Schmetterlinge, Fliegen – „Die Biomasse der Fluginsekten ist in NRW seit 1989 in manchen Gebieten um bis zu 80 Prozent zurückgegangen“, heißt es beim Nabu. Nicht nur die Zahl der Insekten, auch die Arten befänden sich in einem dramatischen Sinkflug. Als problematisch gilt unter anderem, dass die Nächte in manchen Gebieten nicht mehr richtig dunkel sind. Um Insekten und Vögel zu schützen, soll deshalb die nächtliche Beleuchtung im Bezirk Rodenkirchen künftig eingedämmt werden. Das beschlossen die Bezirksvertreter mehrheitlich mit einem gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen. Die Verwaltung ist aufgefordert, einen Aktionsplan zu entwickeln, mit dem Ziel, die Lichtverschmutzung durch öffentliche, gewerbliche und private Verursacher zu vermindern. Als erstes sollen so schnell wie möglich Luftbilder für den Kölner Süden erstellt werden, um das Ausmaß der Lichtverschmutzung zu erkennen und entsprechend handeln zu können. Die Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden und in Gewerbegebieten – besonders in der Großindustrie – soll in der Nacht nur noch dort zugelassen werden, wo sie unbedingt notwendig sei; und auch dann müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden. So soll zum Beispiel die Dauer der Beleuchtung reguliert oder der Strahlungsbereich eingeengt werden. Auch durch die verstärkte Wohnbebauung im Kölner Süden sei die Einrichtung von Lichtschutzgebieten wichtig, heißt es in dem Antrag. SPD und Grüne führten an, dass es sehr gut belegt sei, dass das Insektensterben zu ähnlich großen Problemen führen könne wie der Klimawandel.
Zudem habe sich die Stadt Köln mit der Unterzeichnung der Deklaration „Biodiversität in Kommunen“ verpflichtet, den Erhalt der Artenvielfalt zu unterstützen, ebenso durch den Beitritt zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“. Aktuell arbeitet das Umwelt- und Verbraucherschutzamt an einer kommunalen Strategie für Biodiversität und erstellt konkrete Konzepte für den Erhalt der Insektenvielfalt im Stadtgebiet. Allerdings zeigten sich CDU und FDP auch kritisch, insbesondere gegenüber einem extra Aktionsplan und den nächtlichen Luftaufnahmen. Licht bedeute auch Sicherheit und Schutz. „Es dürfen keine Angsträume entstehen“, sagte Karl Wolters von der FDP.
Karl Wolters, FDP
Nabu Deutschland