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Vorher-Nachher-AufnahmenSo hat sich das Clouth-Gelände in Köln-Nippes verändert

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Noch im Bau.

Nippes – Nach vielen Jahren der Diskussionen, Verzögerungen und Planungen können die ersten Bewohner in Häuser auf das Nippeser Clouth-Gelände einziehen.

92 Wohnungen sind nach Angaben der Entwicklungsgesellschaft „Moderne Stadt“ bezugsfertig, in Kürze kommen 72 Mietwohnungen hinzu. Die Stadt hatte im Jahr 2003 beschlossen, das 160.000 Quadratmeter große Areal für Wohnungsbau und Unternehmen zu erwerben. Nun – zwölf Jahre später – kommt endlich neues Leben auf das ehemalige Firmengelände der Clouth-Gummiwerke.

Umbau beginnt im Sommer

Im Sommer 2016 soll der Umbau der großen historischen Halle 17 im Zentrum des Geländes und der Halle 18 an der Xantener Straße beginnen. In beiden Häusern sollen sowohl Wohnungen wie Gewerbeflächen für kleinere Firmen, aber auch für soziale Einrichtungen und Gastronomie entstehen.

In einer weiteren Halle, die stehengeblieben ist, sollen Künstlerateliers entstehen. Um die war in den vergangenen Jahren immer wieder gestritten worden. Der Verein Cap Cologne, ein Zusammenschluss von Künstlern, die vor Beginn der Abriss- und Umbauarbeiten auf dem Clouth-Gelände waren, hat das Vorgehen der Stadt und ihrer Entwicklungsgesellschaft kritisiert.

Verhandlungen über eine Rückkehr der Künstler scheiterte offenbar am Geld. „Moderne Stadt“ hat die Pläne für den Bau von Miet- und Eigentumswohnungen in den vergangenen Monaten geändert: Statt der ursprünglich geplanten 1000 Wohnungen werden nun 1100 gebaut.

Mit dem Areal, auf dem eines der größten Wohnungsbauprojekte der Stadt umgesetzt wird, verbindet sich Kölner Industriegeschichte. Die Gummiwarenfabrik des Unternehmers Franz Clouth war 1868, sechs Jahre nach ihrer Gründung, aus der Innenstadt in das damals noch nicht eingemeindete Nippes gezogen.

Erste Gummiprodukte waren Milchflaschensauger oder Hosenträger, es folgten Walzenbezüge und Förderbänder. Im 20. Jahrhundert kamen See- und Landkabel, Luftschiffe und schließlich Reifen als hinzu.