Sanierung des KahnweihersBetreiber des Blücherpark-Kiosks öffnen trotzdem

Das Weiherbecken wird saniert.
Copyright: Bernd Schöneck
Bilderstöckchen – Eines scheint bereits jetzt sicher: Mittlerweile besteht das Blücherpark-Kiosk am Kahnweiher seit 23 Jahren, und die jetzige, am Ostersonntag gestartete Saison, dürfte als eine der außergewöhnlichsten in die Betriebsgeschichte eingehen. Denn in diesem Jahr ist, baustellenbedingt, einiges anders als sonst. Statt der üblichen „Schwanensee“-Aufführungen, mit den gefiederten weißen Publikumslieblingen des Parks und der Entenschar im Anhang, wird es eher ein „Ballett der Bagger“ zu sehen geben.
Denn die im November angelaufene Sanierung des Kahnweihers unter Regie der Stadtentwässerungs-Betriebe (Steb) ist im vollen Gang. Das Wasser ist inzwischen komplett aus dem Weiher gelassen; in der Mitte der rechteckigen Fläche wurde Schlamm vom Weihergrund zusammengetragen, der noch etwas trocknen soll, bevor er abtransportiert wird. Auf der übrigen Fläche wurde Erdreich von den Weiherkanten aufgetürmt; auch sie werden erneuert. Ziel ist es, den maroden, noch aus der Ursprungsanlage des Weihers von 1913 stammenden Betonboden des Bassins auszutauschen, der Jahr für Jahr rund 30 000 Kubikmeter Wasser versickern ließ.
Sanierung dauert bis September an
Im gleichen Zuge wird das Becken auf die doppelte Wassertiefe ausgebaggert. Die Schwäne und Enten „überwintern“ für die Dauer der Sanierung in der Paasmühle, einer Wildvogel-Auffangstation in Hattingen. Laut der Planungen sollen die Arbeiten ungefähr bis September geschafft sein.
Für das Betreiber-Duo des Blücherpark-Kiosks, Petra Kortenhorn und Thomas Woller, ist es ein schwieriges Jahr: Die normalerweise direkt am Ufer liegende Biergarten-Terrasse ist wegen der Baustelle zu mindestens drei Vierteln abgezäunt. Doch die beiden wollen aus der Not eine Tugend machen: Unter dem scherzhaften Saison-Motto „Das lauschige Plätzchen an der Baustelle“ haben sie die Tische und Stühle eine Ebene höher gestellt, an den Rand der Liegewiese. Zubereitet, gezapft und serviert soll hauptsächlich aus einem Wagen heraus werden.

Tische und Stühle stehen nun an anderer Stelle, nur die Transparente an den Bauzäunen stören noch.
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Von oben ist die durchaus spektakuläre Weiher-Großbaustelle gut zu überblicken. „Wir planen auch wieder Events und Kulturveranstaltungen, in welcher Form, ist jedoch noch offen“, erläutert Woller. Damit die Gäste jedoch von der Terrasse wenigstens auf die Baustelle schauen können, hätten sie einen Wunsch an die Stadtentwässerungs-Betriebe: Die Transparente rund um den See, welche die Bauzäune verkleiden, müssten an genau jener Stelle entfernt oder zumindest auf benachbarte, bisher nicht behangene Zäune verlegt werden.
Direkt daneben, nur zehn Meter weiter, wären noch einige „Bauzäune frei“. „Unser Kontakt zur Bauleitung des Weiher-Sanierungsprojekts ist sehr gut; das wäre eine Sache, die wichtig für uns wäre – und Info-Transparente hängen ja rund um den Weiher reichlich“, argumentiert Woller. Und eine Lösung scheint möglich: Wie die Steb-Pressestelle erläuterte, sei es durchaus möglich, einen Bereich der Umzäunung von den Bannern freizumachen. „Komplett entfernen würden wir sie sehr ungern, wir wollen aber ein, zwei Felder öffnen, so dass die Biergarten-Gäste auf den Weiher schauen können“, hieß es.

Die Wand des Toilettenhäuschens ist dauerhaft feucht.
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Ein zweiter Punkt, der den Betreibern am Herzen liegt: die Sanierung oder ein Neubau des maroden WC-Gebäudes am Rand der Kahnweiher-Anlage. Die Toiletten pflegen sie während ihrer Betriebszeiten freiwillig; sie stehen auch Nicht-Kioskgästen offen. Mittlerweile ist die Gebäudesubstanz jedoch marode: Auf der Rückseite des Häuschens – dort wo die WC-Kabinen liegen – ist die Wand nicht nur feucht, sondern richtig nass; Moos breitet sich an jenen Stellen aus. Mit Beschluss von Ende 2018 forderte auch die Bezirksvertretung Nippes, dass sich die Situation im WC verbessert – bisher ist in die Angelegenheit jedoch noch keine Bewegung gekommen. Für die Oster-Feiertage wurde die Biergarten-Saison im Blücherpark bereits eröffnet; ab Mai soll die Anlage bei schönem Wetter dann durchgehend geöffnet sein.
