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Gewissensnöte wegen Lützerath
Was Max Beckhaus' Rücktritt für die Grünen in Köln-Nippes bedeutet

Max Beckhaus in Nippes

Max Beckhaus von den Grünen tritt als Fraktionschef zurück.

Max Beckhaus, ehemaliger Fraktionschef der Grünen in der Bezirksvertretung Nippes, tritt zurück. Grund: Die Haltung der Partei zu Lützerath. Wie es nun weitergeht.

Führungswechsel bei Bündnis 90/Grünen in der Bezirksvertretung Nippes: Nach dem Parteiaustritt und Rücktritt des bisherigen Fraktionschefs Max Beckhaus übernimmt Sandra Vogel kommissarisch den Vorsitz der sechsköpfigen Fraktion. Die 38-Jährige aus Weidenpesch war bisher stellvertretende Fraktionschefin der Bezirks-Grünen.

Sandra Vogel vor einem Hintergrund aus Bäumen. Sie hat lange blonde Haare und eine Brille.

Sandra Vogel tritt die Nachfolge von Max Beckhaus bei den Grünen in der BV Nippes an

Max Beckhaus: Rücktritt wegen Haltung der Grünen zu Lützerath

Ob sie das Amt dauerhaft ausüben will, lässt sie noch offen. „Ich will zunächst mal schauen, wie es als Fraktionsvorsitzende läuft, und wie sich die Tätigkeit mit meinen Kindern vereinbaren lässt“, erläutert die zweifache Mutter. Max Beckhaus hatte seine Partei wegen ihrer Haltung zum Braunkohle-Tagebau und der Abbaggerung des Weilers Lützerath verlassen; die Entscheidung habe den erklärten Klimaschützer in Gewissensnöte gebracht. Trotz seines Austritts bleibt er jedoch bis auf Weiteres Mitglied der Fraktion.

Von Beckhaus' Rückzug aus der Partei und der Fraktionsspitze sei auch Vogel etwas überrascht gewesen, wenngleich der Schritt nicht unerwartet kam. „Lützerath ist natürlich ein Thema, über das wir ausgiebig diskutiert haben und das keinen bei uns kalt lässt.“ Es sei schade, dass es zu dem Austritt gekommen sei, aber dieser sei selbstverständlich zu akzeptieren. „In unserer Zusammenarbeit im Bündnis ändert sich ohnehin nichts; wir sind ein sehr gutes Team.“ Als neue Fraktionschefin will Vogel die bisherige Arbeit fortführen.

„Ich will, dass alle Menschen in unserem Stadtbezirk ein gutes Leben haben, auch in zehn oder 20 Jahren.“
Sandra Vogel

An der Arbeit des Nippeser Mehrheitsbündnisses werde sich nichts ändern, betont sie. Die mit sechs Mandaten vertretenen Grünen bilden zusammen mit der Zweier-Fraktion „Gut & Klimafreunde“ sowie den Einzelmandatsträgern von FDP und Linken das Bezirksbündnis und stellen mit Diana Siebert auch die Bezirksbürgermeisterin. „Ich will, dass alle Menschen in unserem Stadtbezirk ein gutes Leben haben, auch in zehn oder 20 Jahren“, so Vogel. Ihr Ziel sei es, dass Nippes bis 2035 klimaneutral werde.

Dafür könne und müsse die Bezirksvertretung die Verkehrswende beschleunigen, als nächstes mit der Umgestaltung der Neusser Straße – mit mehr Bäumen, weniger Versiegelung, weniger Abgasen und Verkehrslärm und mehr Beteiligung der Öffentlichkeit. Auch unter anderem die Taktverdichtung für die Linie 13 sowie die Einführung der Buslinie auf der Inneren Kanalstraße stehen auf der Agenda. „Das vor uns liegende Jahr wird spannend, vor allem wegen dem anstehenden Umbau der Neusser Straße“, blickt sie voraus. „Wir freuen uns immer, wenn wir Dinge für den Stadtbezirk beschließen können. Noch mehr freut es uns, wenn Sachen auch mal umgesetzt werden – damit die Bürgerinnen und Bürger sehen, dass sich etwas tut.“

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