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Nippeser IndustriegeschichteHistorische Kretzer-Villa wird saniert

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Auf dem Grundstück einer herrschaftlichen Villa stehen Baucontainer und ein Dixi-Klo.

Die 1910 erbaute Kretzer-Villa ist ein kleines Schmuckstück im Norden von Nippes.

An der Nordstraße 17a haben die Sanierungsarbeiten in der historischen Kretzer-Villa begonnen. Nördlich des 1910 errichteten Hauses befand sich einst ein Werksgelände.

Auf dem Areal der historischen Kretzer-Villa geht es voran: Im 1910 errichteten, seit 1989 unter Denkmalschutz stehenden repräsentativen Gebäude mit seiner markanten gelben Fassade und der lang gezogenen Fensterreihe in der Mitte sind nach jahrelangem Vorlauf die Umbau- und Sanierungsarbeiten gestartet. Das Grundstück des Einfamilienhauses ist eingezäunt, für die Baustellen-Einrichtung sind einige Meter Stellplatzfläche am Straßenrand per Halteverbot reserviert. Zunächst geplant ist eine Bauzeit bis Mai 2027. Eigentümer ist die Rechtsanwaltskanzlei Kinast, die hier ihren Hauptsitz hat und über vier weitere Standorte verfügt.

Firma Kretzer & Wirtgen produzierte Fette, Schmiermittel und Auto-Öl

Die Villa ist eng mit der industriellen Geschichte von Nippes verbunden: Im Gebäude befand sich einst der Wohnsitz der Familie Kretzer. Auf dem angrenzenden Gelände – dort, wo heute das Afrikaviertel liegt – befand sich das Werksgelände der um 1875 gegründeten Firma Kretzer & Wirtgen, die auf die Produktion von Fetten, Ölen und technischen Schmiermitteln spezialisiert war. Außerdem stellte sie das seinerzeit sehr bekannte Auto-Öl „Kawenol“ her. In den 1930er-Jahren befand sich das Unternehmen in seinem Niedergang; laut des Nippeser Archivs für Stadtteilgeschichte erschien der Firmenname 1934 unter der Adresse „Nordstraße 13-15“ ein letztes Mal.

Auf dem wesentlichen Teil des alten Firmengeländes entstand danach das heutige Afrikaviertel; ab 1968 befand sich an der Ecke Nordstraße / Gustav-Nachtigal-Straße (zukünftig Manga-Bell-Straße) eine Tankstelle, die bis vor einigen Jahren baulich erhalten war – ebenso wie Reste der Werksanlagen an der Nordstraße 13-15, die ob ihres Zustands über Jahre den Eindruck einer „Nachkriegs-Landschaft“ machten. Beide machten ab 2021 dem Neubau der Immobiliengesellschaft WvM mit 24 Wohneinheiten Platz; auch die Villa befand sich zunächst im WvM-Besitz, wurde aber vor einigen Jahren an die Kanzlei weiterverkauft. Mit der Kretzerstraße, einer von der Xantener Straße nördlich des Clouth-Areals abgehenden Sackgasse, an der eine Grundschule liegt, erinnert ein weiterer Name an dieses Stück Industriehistorie.