1996 eröffnete in der historischen Hofanlage an der Mauenheimer Straße das Bürgerzentrum Nippes. Eine Ausstellung widmet sich nun dem Jubiläum.
Seit 30 JahrenAltenberger Hof ist Treffpunkt und Kulturort in Nippes

Das Bürgerzentrum Altenberger Hof ist das Herz von Nippes.
Copyright: Bernd Schöneck
Was wäre das Veedel heute ohne seinen Altenberger Hof? Das fragt man sich wiederholt beim Gang durch die Ausstellung im Foyer des Bezirksrathauses Nippes und beim Studieren des Programms im Bürgerzentrum. Allein 62 Gruppen und Kurse aus den Bereichen Eltern/Kind, Sport, Yoga und Gymnastik, Tanz, Musik und Chor sowie Hobby, Spiel, Initiativen und Politik kommen regelmäßig im Bürgerzentrum zusammen. Neben der historischen Hofanlage an der Mauenheimer Straße 92 gehört dazu auch der Standort an der Turmstraße 3–5.

Das Bürgerzentrum Altenberger Hof an der Mauenheimer Straße in Nippes ist ein ehemaliger Gutshof.
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Hinzu kommen Gruppen etwa aus der Selbsthilfe, die bewusst nicht im Terminkalender des Zentrums stehen, sowie unzählige Gäste bei Konzerten, Lesungen, Vorträgen, Theater und privaten Feiern in Restaurant und Biergarten, beim Spiel im Innenhof oder auf dem Spielplatz hinter der Anlage.

Vize-Bezirksbürgermeister Henning Meier eröffnet vor rund 80 Gästen die Ausstellung zum Jubiläum des Altenberger Hofs als Bürgerzentrum.
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All dies wurde nur möglich, weil es Menschen gab, die sich seit den 1970er-Jahren und den frühen 80ern in organisierter Form für ein Bürgerzentrum im Veedel einsetzten. Diesen Weg zeichnet die Jubiläums-Ausstellung „30 Jahre Bürgerzentrum Nippes im Altenberger Hof“ nach, die nun Vernissage feierte. Mit rund 80 Gästen war die Eröffnung gut besucht. Das Bürgerzentrum habe nicht nur eine große Bedeutung für den Stadtteil Nippes, sondern für den ganzen Bezirk, erklärte Vize-Bezirksbürgermeister Henning Meier, der die Schau eröffnete. „Überhaupt gibt es viel zu wenige Orte zur Begegnung, wo sich Menschen ganz unterschiedlicher Couleur treffen. Das Bürgerzentrum bietet den Platz hierfür. Solche Orte nennt man auch ein Zuhause.“
Zeitreise auf elf Ausstellungstafeln
Dass man heute Jubiläum feiern könne, sei keine Selbstverständlichkeit, bekräftigte die Kölner Bürgermeisterin Derya Karadag. „Eine lebendige Stadt entsteht nicht im Rathaus und auch nicht auf dem Papier, sondern dort, wo Menschen füreinander da sind.“ Man nehme sie mit den lobenden Ausführungen beim Wort, so Bastian Revers, Geschäftsführer des Trägervereins „Zug um Zug“, mit Verweis auf die Haushaltsdebatte und die drohenden Kürzungen für freie Träger. „Diese werden uns hart treffen, wie natürlich auch andere Bürgerzentren.“
Die Ausstellung beleuchtet auf elf Tafeln mit vielen Fotos, Dokumenten und Zeitungsartikeln die Vorgeschichte des 1199 erstmals urkundlich erwähnten Hofs sowie die Entstehung, Entwicklung und Gegenwart des Bürgerzentrums – in aufgelockerter und interessanter Machart. Darunter auch den früheren Biergarten auf dem Hofgelände oder die seit den Anfangszeiten bestehende Reihe „Kultur-Café“, kuratiert von Brigitte Theis, die inzwischen auf weit über 1000 Auflagen mit Kultur bei freiem Eintritt kommt.
Geburtstagsfeier am 27. September
„Anfang des Jahres hatte sich aus unserem Beirat der Arbeitskreis gebildet, der sich um die Ausstellung kümmerte“, erläuterte Kirsten Schröer-Jacobs, heutige Leiterin des Bürgerzentrums. „Schnell haben wir gemerkt: Alles geht nicht. Deshalb haben wir uns die zentrale Frage gestellt: Was macht unser Büze aus?“ Deutlich sei dabei geworden, wie wichtig es sei, wenn Politik, Initiativen, Vereine und Bürgerschaft an einem Strang zögen.
Die Ausstellung ist noch bis Donnerstag, 24. September, im Foyer des Bezirksrathauses Nippes, Neusser Straße 450, zu sehen. Am Sonntag, 27. September, feiert der Altenberger Hof von 14 bis 18 Uhr mit einem Fest auf seiner ganzen Anlage Geburtstag.
Chronologie: Wie Nippes zu seinem Bürgerzentrum kam
1983: Der „Förderverein Bürger- und Kulturzentrum Nippes“ gründet sich. Das Ziel: einen Ort für Kultur und Veedelsleben schaffen – und den Altenberger Hof zugleich vor dem Verfall retten.1989: Das Bürgerzentrum Nippes eröffnet, zunächst mit Räumen im Schulhaus Steinbergerstraße. 1990: Die Stadt kauft den Altenberger Hof.1991: Die frühere Hauptschule Turmstraße kommt als Zweitstandort des Bürgerzentrums hinzu, was sie bis heute ist.1994: Der Umbau des Altenberger Hofs beginnt.1996: Mit der Inbetriebnahme des Herrenhauses, dem ersten Bauabschnitt, feiert das Bürgerzentrum Altenberger Hof Eröffnung.1999: Die Arbeiten für zwei weitere Bauabschnitte, die Scheune und die Gastronomie, starten. 2002: Die Scheune, der Saal für Großveranstaltungen, wird eröffnet.2004: Der Gastronomie-Hofteil geht in Betrieb, das „Lokal im Altenberger Hof“ zieht ein. Seit 2019 befindet sich das Team des Restaurants „Potpourri“ in den Räumen. 2005: Der Qualifizierungs-Verein „Zug um Zug“ übernimmt die Bürgerzentrums-Trägerschaft von der Stadt. 2007: Der Bürgerzentrums-Förderverein löst sich feierlich auf – alle Ziele wurden erreicht.
