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Größte deutsche SammlungKölner Kamelien-Schau mit Samurai-Blüten

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Kamelienblüten im Subtropenhaus

Kamelienblüten im Subtropenhaus

Im Botanischen Garten hat die Kamelien-Schau eröffnet. Und die hat jetzt sogar eine kleine Teeplantage.

Diese Schau ist aus mindestens zwei Gründen einen Besuch wert: Die Kamelien sind die ersten Pflanzen, die jetzt im Winter wunderschön in allen Farben, Formen und Musterungen blühen. Rot, rosa, gelb, gefüllt, handtellergroß oder winzig, gestreift, gescheckt. „Kamelien sehen so aus, wie Kinder Blumen malen“, beschreibt es eine Besucherin. Und außerdem: Das Subtropenhaus des Botanischen Gartens ist geheizt. Mit zehn bis zwölf Grad ist es bei den derzeit strengen Außentemperaturen geradezu angenehm warm und man kann sich die „Königin der Winterblumen“ in aller Ruhe anschauen.

Marina Tsaliki, seit September neue Leiterin des Botanischen Gartens, begrüßte die Gäste bei der Eröffnung der größten Kamelien-Schau Deutschlands mit 400 Sorten und konnte auf zwei neue Attraktionen hinweisen. Dank der Spende des rheinischen Kamelien-Sammlers Georg Ziemes ist die Schau jetzt um 80 Pflanzen der seltenen Higo-Kamelie reicher, die sich durch besonders viele üppige Staubfäden auszeichnet.

Im Botanischen Garten Köln wächst jetzt Tee

Ziemes ist nach eigenem Bekunden weltweit der einzige Nicht-Einwohner der südjapanischen Stadt Higo (heute Kumamoto), dem vom dortigem exklusiven Züchterclub („Alles sehr alte Herren“) Pflanzen anvertraut wurden. Die Sorte soll einst von Samurai entwickelt worden sein. Damit der Schatz auf jeden Fall erhalten bleibt, hat sich Ziemes für die Schenkung an Köln entschieden. „Es gibt keine schönere Sammlung in Deutschland. Und hier arbeiten wirklich Menschen mit Herz für die Kamelien.“ Aus eigener Erfahrung weiß er: „Wenn man einmal mit Kamelien anfängt, wird man verrückt.“ Denn es gibt geschätzt 20.000 bis 30.000 gezüchtete Sorten.

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Zu den Kamelien, die vor allem aus China, Japan und Korea kommen, zählt auch der Teestrauch. Und der wird neuerdings ebenfalls im Botanischen Garten angebaut. Vor dem Subtropenhaus wurde eine Miniplantage angelegt. „Wir haben den ersten Tee erfolgreich geerntet. Das zeigt, dass in Köln Tee gedeihen kann“, sagt Marina Tsaliki. Der erste Aufguss sei zwar „nicht schlecht“ gewesen, es gebe aber noch Luft nach oben, was den Geschmack angehe.

Der Tee hält die derzeitigen Außentemperaturen aus, die Kamelien drinnen brauchen aber ein bisschen Wärme. Die Blüten am Kamelienstrauch blühen nicht alle gleichzeitig, sondern nacheinander, sodass die Pracht über Wochen anhält. Und wenn mal eine Blüte herunterfällt, dann wird sie von den Gartenmitarbeitern und Besuchern aufgehoben und liebevoll in die bereitgestellten kleinen Wasserbecken oder auf Moos gelegt.

Der Botanische Garten Köln hat gerade als einer von zwei deutschen Gärten erneut die Auszeichnung „International Camellia Garden of Excellence“ erhalten. Die Heimat der Kamelien, das 1964 gebaute Subtropenhaus, ist allerdings sanierungsbedürftig. Bevor das angegangen wird, müssen die Arbeiten an den neuen, großen Schaugewächshäusern nebenan beendet sein. Darin stehen schon die tropischen Pflanzen, aber die müssen sich noch anwachsen und die komplizierte Klimatechnik muss justiert werden. Die Häuser sollen nach derzeitigem Stand in der zweiten Jahreshälfte eröffnet werden.

Die Kamelien-Schau ist bis April täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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