Der frühere Kinoleiter André Klausz bringt sein mobiles Open-Air-Kino auf die Rennbahn. Dafür hat er eigens eine Piaggio Ape umgerüstet.
Auf Rennbahn-ArealOpen-Air-Kino feiert Premiere in Weidenpesch

Mit seiner zum Kino-Mobil umgebauten Piaggio Ape startet André Klausz sein mobiles Kinoangebot „Rebel Screen“.
Copyright: Bernd Schöneck
Eigentlich ist er seit drei Jahren hauptberuflich aus der Kinobranche ausgeschieden, doch die Liebe zum Film im Großformat und das Gruppenerlebnis vor der Leinwand sind ihm geblieben. Zwölf Jahre lang hat André Klausz für das „Metropolis“ am Ebertplatz und das „Rex“ auf den Ringen gearbeitet, zuletzt als Geschäftsführer; nun ist er im Haupterwerb bei der Stadt beschäftigt.
Mit einem selbst entwickelten Konzept bringt er jetzt die Bewegtbilder in sein Veedel Weidenpesch zurück: Sein mobiles Kino-Angebot „Rebel Screen“ feiert am Freitag, 7. August, Premiere, wenn ab 21.30 Uhr auf Tribüne II der Galopprennbahn der Pferdefilm „Secretariat“ zu sehen ist. Am Folgetag zur selben Uhrzeit gibt es ein Wiedersehen mit „Jurassic Park“ – einem der ganz großen Kino-Kassenschlager der 1990er-Jahre, der seinerzeit eine popkulturelle Dino-Manie auslöste.
Neues Freiluft-Kino für Weidenpesch
„Von jeher hat mich Kino fasziniert“, erinnert sich Klausz, der seit sechs Jahren im Weidenpescher Westen wohnt. Nichts geht über den Filmgenuss auf großer Leinwand statt auf kleiner Mattscheibe, der zudem frei von Ablenkungen, wie spontanem Herumräumen im Haus, ist. „Mich verfolgte zudem die Idee, mal ältere Filme zu zeigen.“ Hinzu komme, dass Weidenpesch kulturell und insbesondere cineastisch unterversorgt sei – trotz einer langen Kino-Tradition mit dem einstigen „Merli“ an der Grenze zu Mauenheim und dem „Park-Theater“ an der Neusser Straße 592. „Ein Gedanke war, fürs Kino nicht mehr unbedingt nach Leverkusen oder in die City fahren zu müssen. Und ich dachte mir, dass wir in Weidenpesch so viele Freiflächen haben, wo sich etwas draus machen ließe“, so der 39-Jährige.
Die Piaggio Ape fasst die komplette Kino-Ausrüstung
Um seinen Traum vom transportablen Kino zu verwirklichen, hat er eigens einen „Piaggio Ape“-Dreiradflitzer umgerüstet, den er auf eine Annonce hin entdeckt hatte und in Düren abholte. Dieser fasst die komplette Ausrüstung – von der sechs mal vier Meter großen Leinwand über den Filmprojektor, und die Popcornmaschine bis zu den Lautsprecherbügeln für den Nacken. „Diese waren der Game-Changer“, verrät er. In Summe erzeugten sie viel weniger Umgebungslärm als eine große Lautsprecherbox, doch im Gegensatz zu Kopfhörern, die etwas abschottend wirkten, bleibe das Gemeinschaftserlebnis erhalten. Als er dem Kölner Rennverein sein Konzept vorstellte, war dieser direkt dabei.
Für die zwei ersten Vorstellungen am Freitag und Samstag auf Tribüne II des Kölner Renn-Vereins, Rennbahnstraße 152, gibt es Karten zu 11 Euro online auf der „Rebel Screen“-Website. Zunächst ist die Zahl der Plätze auf 70 begrenzt. Popcorn aus dem Mehrwegbecher kostet 5 Euro. Weitere Termine sind in Vorbereitung; auf der Website kann man über das kommende Programm abstimmen.
