Die Kölner Wohnungsgenossenschaft will ihr Quartier an der Friedrich-Karl-Straße nachverdichten. Auch eine Umweltsanierung ist geplant.
Siedlungs-AusbauGenossenschaft baut 27 Townhäuser nahe Rennbahn in Weidenpesch

Blick in den Innenhof zwischen Rennbahnstraße 2–24 und Friedrich-Karl-Straße 31–37. Hier sollen neun der 27 Townhäuser entstehen.
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Die Aussicht auf das anstehende Bauprojekt im Innenhof seiner Wohnanlage stimmt das Genossenschafts-Mitglied, das nicht namentlich in Erscheinung treten will, etwas traurig. „Es gibt hier wunderbare alte Bäume, sie spenden uns Kühle und Schatten, und es ist so ein schöner Blick ins Grüne“, betont er. „Im Sommer ist dieser kleine Park wie eine Oase.“ Hinzu käme die Tierwelt des Gartens mit Greifvögeln, Spechten und manchmal Papageien; auch Füchse sähe man gelegentlich. „Natürlich wird dringend Wohnraum gebraucht, aber ihn hier hineinzuquetschen, finde ich fragwürdig.“ Und die Parkplatzsituation rund um die Siedlung sei jetzt schon sehr angespannt.
In den kommenden Jahren plant die Kölner Wohnungsgenossenschaft mit Sitz ebenfalls in Weidenpesch den Bau von 27 Townhäusern in ihrer Siedlung Friedrich-Karl-Straße 29 bis 77/Rennbahnstraße 2 bis 24. Vorgesehen sind insgesamt 404 Wohnungen. Neben den zwölf Häusern im Verlauf der Rennbahnstraße und dem direkt an der Friedrich-Karl-Straße stehenden Haus 29 liegen die restlichen Mehrfamilienhäuser entlang von sechs Gebäuderiegeln, die rechtwinklig zur Friedrich-Karl-Straße stehen. Das kleine Quartier ist über Stichstraßen erschlossen. Zwischen den einzelnen Häuserriegeln liegen jeweils kleine grüne Innenhöfe. Nördlich schließt sich der Weidenpescher Park an die Siedlung an, dann beginnt das Rennbahn-Gelände.
Die Einfamilienhäuser würden in drei Reihen zu je neun Häusern in den Innenhöfen entstehen. Eine zwischen der Rennbahnstraße 2 bis 24 und dem Riegel Friedrich-Karl-Straße 31 bis 37, eine Reihe im Innenhof zwischen der 31 bis 37 und der 39 bis 45, die dritte zwischen der 47 bis 53 und der 55 bis 61. Die Häuser hätten fünf Zimmer und zwischen 127 und 130 Quadratmeter Wohnfläche. Sie hätten drei Etagen; aufgrund der Gelände-Topografie reichten sie jedoch nur bis zur zweiten Etage der Umgebungsbauten. Die Häuser würden in die Vermietung an Genossenschaftsmitglieder gehen.
Genossenschaft: Wunsch nach familiengerechtem Wohnraum
Wie Christoph Moossen, Vorstandsvorsitzender der Kölner Wohnungsgenossenschaft, erläutert, sei das Bauprojekt auch eine Reaktion auf den Wunsch der Mitglieder nach größeren Wohneinheiten. Auch und gerade für Familien mit Kindern, die es schwer hätten, erschwinglichen Wohnraum im Veedel und innerhalb des Bestands der Genossenschaft zu finden. „Wir hatten vor vier Jahren eine Mitgliederbefragung gemacht, was den Leuten wichtig ist. Dabei kam dieser Punkt heraus.“
Das Neubauprojekt geht einher mit einer ökologischen Sanierung der gesamten Siedlung. Hierbei werden Fassaden gedämmt und die Balkone erneuert; die Wärmeversorgung soll zukünftig klimaneutral via Abwasserwärme erfolgen – hierbei wird dem Abwasser Wärmeenergie entzogen und ins Wärmenetz der Siedlung eingespeist. Hinzu kommen extensive Dachbegrünungen und Fotovoltaik-Anlagen auf den Dächern. Das Vorhaben ist Bestandteil der Landes-Initiative „KlimaQuartier NRW“. Anvisierter Baustart für das Gesamtprojekt, für das die Bau- und Fällgenehmigung vorliegt und das sich noch in der kaufmännischen Prüfphase befindet, ist 2027. Die voraussichtliche Dauer läge bei drei Jahren.
107 Ersatzpflanzungen sind geplant
Natürlich werde man sensibel mit dem Baumbestand umgehen und nur so viel fällen wie notwendig, so Moossen. Für die derzeit geplanten 33 Fällungen werde es in Summe 107 Nachpflanzungen geben, möglichst auf dem Grundstück der Siedlung oder in der unmittelbaren Umgebung. Auch ein Artenschutz-Gutachten ist Teil der Pläne. Über die sechs Ansprechpartner in der Wohnanlage, die als Multiplikatoren dienen, werde man mit den Mitgliedern über das Projekt in Verbindung bleiben.
