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„Nordkorea ist ein sicheres Reiseland“

Joachim von Loeben auf Tour in der Hochebene von Peru (Bild oben), auf einer Offroad-Tour im Dschungel von Gabun (unten l.) ein Junge bei einem Stopp in Ecuador (r.).

Joachim von Loeben auf Tour in der Hochebene von Peru (Bild oben), auf einer Offroad-Tour im Dschungel von Gabun (unten l.) ein Junge bei einem Stopp in Ecuador (r.).

  • Joachim von Loeben aus Nippes hat mehr als 111 Länder besucht, meist mit dem Motorrad – Ausstellung

Herr von Loeben, Sie haben inzwischen 111 Länder der Welt bereist. Wie wurden Sie zum Weltreisenden, wie hat es angefangen?

In der Tat sind es inzwischen sogar noch etwas mehr Länder, ich habe die 111 als „kölsche Zahl“ jedoch für die Ausstellung beibehalten. Meine Weltreisen gingen 2004 los, als mein damaliger Arbeitgeber Ford Financial mir nach Abschluss meines berufsbegleitenden Studiums eine längere Auszeit per Sabbatical ermöglichte. Ich bin dann per Motorrad von Köln nach Kapstadt gefahren, das waren rund 35 000 Kilometer. Dabei hatte ich zuvor noch gar nicht viel Übung im Motorradfahren – aber man wächst eben mit seinen Aufgaben.

Wie viele Reisen haben Sie unternommen, um auf diese große Zahl an besuchten Ländern zu kommen?

Alles zum Thema Ford

Es handelt sich um die „gesammelten Werke“ meiner 47 Lebensjahre, aber richtig los ging es natürlich 2004, als ich 30 war und meinen ersten Trip unternahm. Allein die Motorrad-Tour nach Südafrika führte durch 18 Länder.

Welche brenzligen Situationen gab es im Laufe der Jahre ?

Da hatte ich bisher Glück. Ich erinnere mich an eine heftige Auseinandersetzung mit einem türkischen Gastronomen, der sogar Anstalten machte, ein Messer zu holen. Aber von Raubüberfällen oder Ähnlichem bin ich bisher verschont geblieben. Nordkorea im Übrigen ist, aus Perspektive eines Touristen gesehen, ein sehr sicheres Reiseland.

Und was war die originellste?

Am kuriosesten – und zugleich schönsten – war, dass ich meine heutige Partnerin auf einer meiner Reisen kennengelernt habe. Sie stammt aus Peru und war gerade selbst auf Reisen. Nachdem wir uns lange über Facebook geschrieben hatten, trafen wir uns dann im indischen Goa. Wir beschlossen, zusammenzubleiben – und sind mittlerweile seit neun Jahren verheiratet.

Unter den Bildern Ihrer Ausstellung sind Motive aus Nord- und Südamerika, Afrika und Asien. Welche Landschaft hat Sie am meisten fasziniert?

Ich bin auf meinen Reisen von 100 Metern unterhalb des Meeresspiegels – in Äthiopien – auf knapp 6000 Meter Höhe gelangt, etwa auf den Kilimandscharo. Allgemein faszinieren mich Hochgebirge besonders. Spektakulär waren die Berge von Pakistan und Nepal, von Patagonien am Zipfel Südamerikas sowie Alaska. Die Ziele haben alle ihre eigenen Akzente und beeindrucken auf ihre Weise.

Als Unternehmensberater und Coach werben Sie gezielt für Sabbaticals, also Sabbatjahre. Für wen sind solche Auszeiten vom Beruf empfehlenswert?

Besonders einfach sind Sabbaticals für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst. Dort gibt es meist gute Möglichkeiten, so etwas zu beantragen. Zum anderen sind sie gerade für Leute zu empfehlen, die kurz vor dem Burn-out stehen. Leider merken die Betroffenen es meist zu spät. Ich bin sicher: Würden wir mehr Auszeiten im Berufsleben machen, hätten wir weniger Probleme mit ausgebrannten Menschen. Wichtig beim Reisen ist mir außerdem der soziale Gedanke: Über die von mir gegründete „Stiftung für Helfer“ bringe ich Langzeit-Reisende mit Hilfsprojekten aus aller Welt zusammen.

Zur Person

Joachim von Loeben (47), gelernter Jurist und Bankkaufmann, ist heute selbstständiger Unternehmensberater und Coach aus Nippes.

Seine Ausstellung „111 Länder“ mit 16 Motiven seiner Reisen ist bis einschließlich Donnerstag, 7. Juni, im Foyer des Bezirksrathauses Nippes, Neusser Straße 450, zu sehen. (bes)