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Nun übernimmt das Team

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Feierten Abschied und Neubeginn: Evelyn Paproth (v.l.), Michael Sommerlad (Einrichtungsleiter Gut Heuserhof), Ellen Hahn, Robert Wittkamp, Edeltraud Stecher (Koordinatorin), Karl-Heinz Kock, Harald Paproth und Sabrina Exler (Caritasverband).

Heimersdorf – Ein „riesengroßes Herz“ zu besitzen, das bescheinigte Sabrina Exler vom Caritasverband Edeltraud Stecher. Die reagierte gerührt: „Ich habe den Stadtteil richtig liebgewonnen. Oft bin ich gefragt worden, würden Sie selbst hier wohnen wollen, und da konnte ich nur sagen: Ja, auf jeden Fall, Heimersdorf hat alles, was man braucht.“ Auch wenn sie selbst immer nur zum Arbeiten kam und abends wieder fuhr, lernte Stecher den Stadtteil im Kölner Norden intensiv kennen. Vier Jahre lang wirkte sie als Seniorennetzwerk-Koordinatorin, leistete Pionierarbeit, baute das Heimersdorfer Seniorennetzwerk aus dem Nichts auf. Der Caritasverband hatte sie im Oktober 2015 im Auftrag der Stadt Köln entsandt.

Das Werk ist getan, das Seniorennetzwerk wird künftig von einer sogenannten Planungsgruppe geführt. Daher nahm Stecher Abschied bei einem Empfang im Seniorenstift Gut Heuserhof. Es war ein Abschied in doppelter Hinsicht: Die Koordinatorin ging am selben Tag in den Ruhestand. „Ich habe überhaupt keine Sorge, gebe mit gutem Gewissen und voller Vertrauen das Netzwerk in die Hände der Planungsgruppe“, sagte Stecher.

Fünf Heimersdorfer Bürger leiten fortan das Seniorennetzwerk gemeinschaftlich. Andernorts lautet der Begriff „Sprecherrat“, es gibt einen offiziell ernannten Sprecher. Doch in Heimersdorf habe man sich für eine flache Hierarchie und gleichberechtigtes Miteinander entschieden, daher der Name „Planungsgruppe“, sagte Mitglied Harald Paproth. Man komme ohne Sprecher aus. Vor zwei Jahren fand sich das fünfköpfige Team, seither hat sich jedes Mitglied einen eigenen Zuständigkeitsbereich erarbeitet (siehe „Die neue Planungsgruppe“). Auch die übrigen Rahmenbedingungen stimmten, sagte Stecher. „Das Seniorennetzwerk ist jetzt ein eingetragener Verein, kann als juristische Person ein Konto führen, hat eine Handy-Nummer und eine Mailadresse.“

Anfangs sei es nicht leicht gewesen, Anknüpfungspunkte zu finden, berichtete Stecher. Sie klapperte Arztpraxen und Apotheken ab, hinterließ Aushänge. Im Einkaufszentrum Haselnusshof sprach sie ältere Passanten direkt an. Ein Problem war, dass sie keinen Standort nennen konnte. „Ich bin herumgelaufen und habe mich gefragt, wo ein offener Treff stattfinden kann.“ Fündig wurde sie beim Pflegedienst Vitalis, zum ersten Termin kamen sechs Personen.

Stechers Erfahrung: „Es geht immer um Räume, ohne kommt nichts in Gang.“ Eine Partnerorganisation wurde auch das Seniorenheim Gut Heuserhof, das in der Trägerschaft der Johanniter ist. Er habe Stecher als resolute und entscheidungsfreudige Frau erlebt, sagte Einrichtungsleiter Michael Sommerlad. „Der Heuserhof wird auch in Zukunft Domizil bleiben.“ Harald Paproth richtete einen Dank an die Chorweiler Bezirksvertretung. Die habe „massiv geholfen“, auch mit Geld.

Das Heimersdorfer Seniorennetzwerk hat bereits ein reichhaltiges Programm vorzuweisen, angeboten werden derzeit neben dem Offenen Treff ein Spieletreff, ein Kaffeehaustreff, ein Literaturkreis, eine Fahrradgruppe. Zudem gibt es einen Besuchsdienst, der Senioren zu Hause aufsucht, die frisch aus dem Krankenhaus entlassen wurden. Es soll auch ein Stammtisch eingerichtet werden, PC-Seminare sind in Vorbereitung. Überdies finden Ausflüge und Vorträge statt. Heimersdorf ist in Köln derjenige Stadtteil mit den meisten Menschen im Seniorenalter – rund 2100 Bewohner von insgesamt 6200 sind älter als 60 Jahre, das sind ganze 34 Prozent.

In ganz Köln gibt es derzeit 29 Seniorennetzwerke, die selbstorganisiert sind. Als nächstes sei Pesch an der Reihe, dort werde im kommenden Jahr eine Koordinatorin als Nachfolgerin von Stecher die Arbeit aufnehmen und ein Netzwerk aufbauen, kündigte Seniorenvertreterin Katharina Reiff an. Zur weiteren Unterstützung für die Selbstorganisation der Seniorennetzwerke wird der Caritasverband noch eine Servicestelle einrichten, der Posten ist bislang nicht besetzt, das Bewerbungsverfahren läuft.

DIE NEUE PLANUNGSGRUPPE

Ellen Hahn, Karl-Heinz Kock, Evelyn und Harald Paproth und Robert Wittkamp bilden die fünfköpfige Planungsgruppe. Einen offiziellen Sprecher gibt es nicht. Jedes Mitglied übernimmt Aufgaben. Ellen Hahn sorgt für die öffentlichen Bekanntmachungen, etwa im Schaukasten der Pfarrgemeinde Heiliger Johannes XXIII. Karl-Heinz Kock verantwortet den Newsletter und das Magazin „Gut vernetzt in Heimersdorf“ (Auflage 1000 Exemplare), betreut zudem die Homepage. Evelyn Paproth ist ebenfalls für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, darüber hinaus plant sie die Ausflüge. Ihr Ehemann Harald organisiert die Fachvorträge, stellt den Flyer „Tipps und Termine“ zusammen und kümmert sich um die Finanzen, mit Robert Wittkamp.

Jeden dritten Mittwoch im Monat um 15 Uhr gibt es für Interessierte den Offenen Treff im Lila Salon des Heuserhofs, Giershausener Weg 21. Telefonisch ist das Netzwerk zu erreichen unter 0178/93 61 143. Weitere Infomationen gibt es per E-Mail und im Internet. (kaw) snw-heimersdorf@web.de unser-quartier.de/snw-heimersdorf

Edeltraud Stecher