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Oldtimer-SerieIn der Höhle der Jaguars

3 min

Lange Schnauze, kurzes Heck – der E-Type ist eine Designikone.

Köln – Die Beschleunigung kommt unerwartet und schlägt dem Reporter sofort auf den Magen. Er ist noch immer bissig, der Jaguar E-Type von 1973. Zwölf Zylinder, 268 PS – dieser Wagen ist ein Kraftpaket. Wie einen roten Pfeil bewegt Thomas Stromski seine Raubkatze über die Strecke. Stromski ist als „Jagman“ bekannt, er selbst nennt sich Jaguar-verrückt. Wo immer eine hübsche Raubkatze heimatlos wird – Thomas Stromski aus Köln muss ihr Unterschlupf gewähren. 1984 kaufte der Heimersdorfer, der sich beruflich mit EDV beschäftigt, seinen ersten E-Type. Mittlerweile gehören ihm acht. Stromski hat sie in 30 Jahren Stück für Stück restauriert. Unter www.jaguar-club.de sind seine Schönheiten zu finden.

Deshalb habe ich ihn:

Thomas Stromski: Eleganz, Stil, Tradition, Ästhetik und Non-Konformismus. Es gibt viele Gründe, warum ich den E-Type ins Herz geschlossen habe. Angefangen hat meine Leidenschaft als Junge beim Autoquartett-Spielen. Der Zwölf-Zylinder-E-Type hat einfach immer gewonnen. Später haben mich die Jerry-Cotton-Filme gefesselt, insbesondere der rote E-Type, den Hauptdarsteller George Nader fuhr. 1984 habe ich dann zufällig auf einer Urlaubsreise in den USA einen cremefarbenen Jaguar E-Type angeboten bekommen, der meine heutige Sammlung begründete. 1986 habe dann einen roten Jaguar vom Typ „Jerry Cotton“ dazu erwerben können

Das kann er:

Stromski: Der E-Type ist für mich das richtige Auto, um Abstand vom Alltagsstress zu bekommen. Ich setze mich hinein und bin in einer anderen Welt – der Welt der 60er und 70er Jahre. Das Auto versetzt mich zurück in die Zeit von Rock ’n’ Roll, Boogie-Tanzen und von schönen Gegenständen, die noch Stil und Seele hatten. Das Erlebnis, ein solches Auto zu fahren ist wie ein Jungbrunnen.

Das kann er nicht:

Stromski: Zwar ist die Optik aufregend: Der Wagen war ausschließlich nach Design-Gesichtspunkten gestaltet worden. Als Multifunktions-Fahrzeug oder im Familieneinsatz ist er aber eher weniger zu gebrauchen, wohl aber als Sympathieträger und Kontaktmedium zu gleichgesinnten Oldtimerenthusiasten. Die Form – lange Schnauze, kurzes Heck – hat ihn zu einer zeitlosen Stil-Ikone werden lassen. Nicht umsonst steht ein Exemplar dauerhaft im Museum for Modern Art in New York – neben Werken von Andy Warhol oder anderen Designerstücken wie der Coca-Cola-Flasche.

Das habe ich für ihn getan:

Stromski: Ich habe den Wagen zehn Jahre lang restauriert. Der Kenner weiß, was das bedeutet. Fast alles an dem Auto wurde aufbereitet, poliert und gängig gemacht oder erneuert. Es steckt eine Menge Freizeit in diesem Hobby.

Das haben wir erlebt:

Stromski: In diesem Auto haben schon verschiedene Prominente gesessen. Joan Collins, bekannt aus dem „Denver-Clan“, hat darin für eine deutsche Soap Platz genommen. Die Kölner Tatort-Kommissare Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär haben auch schon mit diesem Wagen gedreht. Es gibt immer wieder Anfragen von Filmproduktionen oder Privatleuten, die dem Reiz dieses Fahrzeugs verfallen. Wer sich einen Jaguar zum Beispiel als Geburtstags-Überraschung vorstellen kann, oder vor der Anschaffung eines E-Type mal testweise eine Runde drehen will, darf sich gerne bei mir melden.

Das haben wir vor:

Stromski: Ich denke im Moment über den Verkauf dieses Autos nach. Zum einen, weil ich diesen Wagen umständehalber doppelt besitze, sogar in Rot. Zum anderen, weil ich den Platz gebrauchen könnte für einen Jaguar C-Type aus den 50er Jahren. Es gibt eben immer wieder etwas Fesselndes aus der historischen Jaguar-Welt.

Aufgezeichnet von Tobias Christ

Kennen Sie alle Autos der „Tatort“-Kommissare? In unsere Motor-Rubrik stellen wir die Dienstwagen vor.