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„Piss-Pad“Kölner erfindet Spielkonsole fürs Pissoir

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Piss-Pad-Erfinder Paul Sponagl

Köln – Es gibt allerhand Gimmicks, die Männer dazu bewegen sollen, in öffentlichen Pissoirs doch bitteschön nicht daneben zu machen. Aufkleber in den Urinalen zum Bespiel, die sich verfärben, sobald Mann sie mit dem Strahl trifft. Oder kleine Tore, in die ein Ball an einer Schnur hineingepinkel werden kann. Der Kölner Paul Sponagl hat das ganze jetzt auf eine Hi-Tech-Ebene gebracht. Er und drei Kompagnons haben das Piss-Pad erfunden: Ein Sieb im Pissoir, das mit einem Tablet oder einem Mobiltelefon verbunden ist, das an einer Halterung oberhalb des Pinkelbeckens befestigt ist. Auf dem Device kann der Nutzer – mit den Fingern - verschiedene Spiele anwählen, die schließlich mit dem Urinstrahl gesteuert werden. Eines der Spiele ist eine simple Fußballsimulation. Bei der können die Klo-Gänger gegeneinander antreten. Man kann sich in Bestenlisten eintragen, die entweder für eine Kneipe, eine Stadt oder sogar weltweit gelten können, je nachdem, ob das Etablissement eine Internetverbindung auf den Toiletten herstellen kann. Sogar Piss-Pad-Turniere schweben den Machern vor.

„So ein Piss-Pad ist zwar eigentlich komplett sinnfrei, aber es macht einfach Riesenspaß“, sagt Sponagl. In einigen Kneipen hat er das Multimedia-Pinkel-Sieb bislang getestet. „Das Feedback von Spielern und Gastronomen war sehr gut.“ Zur kommenden Fußball-Europameisterschaft in Frankreich soll eine erste Kleinserie des Piss-Pads in einigen Urinalen liegen, dann mit speziell entworfenem Fußballspiel, in dem man als Spieler für jene Länder antreten kann, die an dem Turnier teilnehmen. „Bis zur Mitte der EM werden wir die Geräte fertig haben“, sagt der geschäftstüchtige 48-Jährige, der aus dem Allgäu stammt, aber schon seit rund 20 Jahren in Köln lebt. Zurzeit ist er in Gesprächen mit Brauereien und Wirten. Wenn das Piss-Pad später auf den Markt kommt, soll das Sieb mit einer Halterung für Handy oder Tablet etwa 80 Euro kosten, inklusive Tablet rund 250 Euro. Wer sich also während der zweiten Hälfte der EM zum Fußballgucken in eine Kneipe mit Piss-Pads begibt, darf nur noch vor lauter Pinkel-Zockerei nicht den Anpfiff des (echten) Fußballspiels verpassen.