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Urban-Gardening-Projekt in Köln
Finkenberger Nachbarschaft baut bald Gemüse an

Die Hochhäuser der Theodor-Heus-Straße 2-4 mit einigen Bewohnern und Bewohnerinnen im Vordergrund

Auf der Grünfläche hinter den Häusern an der Theodor-Heuss-Straße 2-4 soll das Urban-Gardening-Projekt umgesetzt werden.

Eine ungenutzten Fläche in Finkenberg soll bald dem gemeinschaftlichen Gärtnern innerhalb der Kölner Nachbarschaft dienen.

Kräuter, Salat, Gemüse wie Spinat oder Bohnen – das alles soll im kommenden Jahr auf einer Grünfläche hinter den Hochhäusern an der Theodor-Heuss-Straße 2-6 wachsen. Möglich macht es ein urbanes Gartenprojekt, das jetzt mit einem Infotag gestartet ist. Bei dem konnten sich Interessierte über das Angebot schlaumachen und direkt eigene Ideen entwickeln und Wünsche äußern, was künftig angebaut werden soll.

Kölner Gemüse für den eigenen Kochtopf

Das urbane Gärtnern ist als Mitmachprojekt angelegt, erläutert Katrina McKee von der Jobwerk GmbH. Das soll vor allem von den Anwohnerinnen und Anwohnern gestaltet werden. Ziel ist es, dass die angebauten Produkte auch im eigenen Kochtopf landen. Entweder privat und solidarisch verteilt oder auch bei Kochaktionen in der Gemeinschaft.

Damit das Projekt gelingt, sei die aktive Mitarbeit der Anwohnerinnen und Anwohner nötig, sagt McKee. „Geplant sind zwei feste Gartentage in der Woche.“ Dauerbeete und das geplante Gewächshaus müssen ebenfalls betreut werden. Graben ist dabei nicht wirklich nötig.

Innovatives Gärtnern mit der No-dig-Methode in Köln

Gearbeitet werden soll in sogenannter No-dig-Methode, bei der nur eine 15 Zentimeter dicke Kompostschicht nötig ist. No-dig-Beete sind vergleichbar mit Hoch- und Hügelbeeten, allerdings werden sie flach auf dem Boden angelegt, erläutert McKee, die Politikwissenschaftlerin und selbst Gemüsegärtnerin ist.

Von dem Platz, den das Wohnimmobilienuternehmen Grand City Property zur Verfügung stellt, ist McKee begeistert. „Die Gärten liegen super. Sie sind direkt im Wohnumfeld der Menschen.“ Die potenzielle Zielgruppe schaut direkt von ihren Fenstern auf das aktuell noch weitgehend ungenutzte Areal. Das hat Sozialraumkoordinator Jochen Schäfer vermittelt. „Die Idee für ein solches Projekt geisterte mir schon länger im Kopf herum“, sagt Schäfer.

Welche positiven Effekte so ein Projekt auf das Miteinander und die Nachbarschaft hat, habe er an anderen Orten gesehen. Unter anderem in Detroit, wo er im Zuge eines Austauschs von Mitarbeitern im sozialen Bereich im Jahr 2019 gewesen ist. Neben der Sozialraumkoordination unterstützen noch die Kastanienhof-Stiftung, das Grünflächenamt sowie der Ernährungsrat für Köln und Umgebung das Projekt. Das soll Anfang Januar dann richtig starten.

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