Porz – Nach der SPD-Fraktion haben auch die Grünen einen Antrag in die Bezirksvertretung eingebracht, der erneut die Verlängerung der KVB-Straßenbahnlinie 7 von Zündorf bis nach Lülsdorf fordert. Einstimmig haben die Politiker den Antrag verabschiedet, der nach Ansicht der Antragsteller umfangreicher ist, als das zuvor verabschiedete Papier der Sozialdemokraten. In dem neuerlichen Antrag wird gefordert, eine neue Endhaltestelle der Linie 7 in Niederkassel- Lülsdorf einzurichten. Dort soll es einen Anschluss an die geplante neue Straßenbahn aus Richtung Niederkassel geben.
Seit mehr als 30 Jahren wird die Verlängerung der Linie 7 über die Endhaltestelle in Zündorf hinaus diskutiert. Doch passiert ist bis dato nichts. Pläne des Rhein-Sieg-Kreises für eine eigene Verbindung von Niederkassel bis nach Köln hatten nun wieder Bewegung in die stockenden Pläne gebracht. In der Bezirksvertretungssitzung im Mai hatten Vertreter aus dem Nachbarkreis das Vorhaben präsentiert.
Es sieht eine Stadtbahn von Lülsdorf bis in die Kölner Innenstadt vor, die dank einer neuen Brücke über den Rhein nur rund 25 Minuten brauchen soll. Dafür plant die Verwaltung aus dem Rhein-Sieg-Kreis eine Trasse, die von Bonn-Beuel kommend Niederkassel und Lülsdorf passiert, in der Nähe von Langel auf einer neuen Brücke den Rhein quert und im linksrheinischen auf den Schienen der Line 16 in die Innenstadt fährt.
Tausende Autofahrer weniger
Rund 10 000 Fahrgäste pro Tag würden die neue Verbindung nutzen, haben die Planer aus dem Rhein-Sieg-Kreis errechnet. Eine direkte Anbindung an die Linie 7 ist von den Nachbarn allerdings nicht geplant, wäre aber ein Gewinn für Porz. Es würden sich täglich wohl mehrere Tausend Autofahrer weniger durch Porz schlängeln, wenn sie auf die Bahn umsteigen könnten. „So kommt Bewegung in die Planungen, die seit Jahren nicht weiterkommen“, kommentierte der stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzende Lutz Tempel die Pläne im Mai. Im Zweifelsfall müsste die Stadt Köln eine Verlängerung der Linie 7 bis an die neue Trasse aus Niederkassel selbst finanzieren, ohne Förderung von Bund und Land. Denn eine neue Rheinquerung für die Stadtbahn aus Niederkassel würde den Kosten-Nutzen-Faktor für eine Verlängerung der Line 7 schmälern. Der ist für Fördergelder aber zwingend notwendig. Deshalb hatten die Bezirksvertreter einen Antrag der SPD verabschiedet, in dem es heißt, die Verwaltung solle „die Verlängerung der Linie 7 von Zündorf nach Lülsdorf zusätzlich zu einer möglichen Rheinquerung planen und baulich umzusetzen.“ Notfalls auch nur mit eigenen Finanzmitteln. „Wir sollten weg von dem Kosten-Nutzen-Faktor, wir brauchen die Verlängerung der Line 7 als Entlastung für die bestehenden Rheinbrücken“, sagte Dieter Redlin, parteiloser Fraktionschef für die Grünen. Damit die Verlängerung der Line 7 endlich wahr wird, haben die Grünen nun einen eigenen Antrag eingebracht, in dem unterschiedliche Förderszenarien aufgeführt sind – auch die Möglichkeit, die zusätzlichen Gleise nur mit städtischem Geld zu finanzieren.
Grafik: Böhne