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Erlaubnis verweigertPorzer bekommen keine Schilder am Rhein

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Ein Radweg führt am Rhein entlang.

Am Leinpfad will die Stadt keine Schilder mit Ortsteilnamen aufstellen. 

 Die Vernetzung der Porz/Poller Bürgervereinigung möchte Menschen, die auf dem Leinpfad unterwegs sind, Orientierung geben. Die Stadt ist aber dagegen. 

Auf 13 Kilometer Länge fließt der Rhein an sechs Orten des Stadtbezirks Porz entlang. Die Rheinkilometer von 672 in Langel bis 685 in Poll sind mit fest installierten Hinweistafeln deutlich markiert. Doch wer auf dem Leinpfad neben dem Fluss geht oder radelt, weiß nicht, in welchem Ortsteil er sich gerade befindet. Das will eine Initiative der Vernetzung Porz/Poller Bürgerverein ändern und damit einen Beitrag zum Porzer Selbstverständnis stiften. Entlang des Pfades  im rechtsrheinischen Köln sollen Ortsteilschilder Orientierung schaffen. Mit einer offiziellen Bürgereingabe machten die Vereine ihr Anliegen deutlich: Wer den  beliebten Rad- und Spazierweg benutzt,  soll erkennen können, wo die Rheinorte  Langel, Zündorf, Porz, Ensen, Westhoven und Poll beginnen und enden. Solche Schilder will die Vernetzung auf eigene Kosten anschaffen und aufstellen.

Der Leinpfad ist Teil eines europäischen Radfernwegs, der vom Alpenraum bis zur Nordsee führt. Gerade auf diesem Kölner Abschnitt, der zahlreiche Stadtteile verbindet, fehlt bislang eine klare Kennzeichnung der Ortsgrenzen, wohingegen Autofahrer an Straßen selbstverständlich durch Ortsein- und -ausgangsschilder informiert werden. Die Initiative stieß zunächst auf breite Zustimmung. Bereits im Dezember 2024 wurde der Vorschlag von der Bezirksvertretung überparteilich unterstützt und zur Umsetzung an die Verwaltung weitergeleitet. Auch der Mobilitätsausschuss des Rates nahm die Anregung positiv zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, eine Lösung zu prüfen – mit der Maßgabe, dass die Bürgervereine die  Kosten der Beschilderung tragen.

Stadt Köln lehnt Schilder ab

Doch im März folgte die Ernüchterung: das Dezernat III (Mobilität) der Kölner Verwaltung lehnte das Vorhaben ab. Begründet wurde dies unter anderem damit, dass der Leinpfad kein für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr freigegebener Straßenraum sei. Entsprechend seien verkehrsähnliche Beschilderungen nicht erforderlich. Die Verkehrsbeschilderung sei „auf das notwendige Maß zu beschränken, um den Anforderungen der Übersichtlichkeit sowie der Wirtschaftlichkeit zu entsprechen,“ heißt es in der ablehnenden Stellungnahme. Zudem verweist die Stadt auf rechtliche Hürden: Private Schilder könnten „mit offiziellen Verkehrszeichen verwechselt“ werden oder deren Wirkung beeinträchtigen. Auch Eigentumsfragen spielten eine Rolle, da Teile der zur Schilderaufstellung vorgesehenen Flächen nicht der Stadt gehörten.

Die Bürgervereine geben sich damit nicht zufrieden. Sie verweisen auf funktionierende Beispiele in Nachbarkommunen wie Niederkassel und betonen ihr Engagement, sowohl finanziell als auch organisatorisch Verantwortung zu übernehmen. Für Simin Fakhim-Haschemi, Sprecherin der Vernetzung, steht fest: „Was andernorts möglich ist, sollte auch hier umsetzbar sein. Die Schilder sind nicht nur Orientierungshilfe, sondern schaffen  ein Stück Porzer Identität“. Nun will der Zusammenschluss der Bürgervereine das Thema auf höherer politischer Ebene erneut zur Diskussion stellen.