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Innovatives SchulprojektAndere Schulen wollen Porzer „Grenzgänger“-Projekt umsetzen

3 min
Ziel erreicht: der Gipfel der Zugspitze.

Schülerinnen und Schüler der Kopernikus-Hauptschule in Köln-Porz haben beim Projekt Grenzgänger den Gipfel der Zugspitze erreicht.

Lehrer Patrick Urbas von der Kopernikus-Hauptschule in Porz hat das Projekt „Grenzgänger“, mit dem Ziel, auf die Zugspitze zu wandern, gestartet.

Das Projekt „Grenzgänger“ zieht seine Kreise. „Wir haben erste Schulen als Kooperationspartner“, sagt Patrick Urbas. Er ist Lehrer an der Kopernikus-Hauptschule in Porz und hat das Projekt ins Leben gerufen. Bei der Premiere im vergangenen Jahr ist er mit seinen Schülerinnen und Schülern auf die Zugspitze gewandert. Derzeit befindet sich eine weitere Klasse in der Vorbereitung auf diese Reise.

Grenzgänger-Projekt verbindet Bewegung, Natur und Lebenskompetenz

Das Projekt ist aber mehr als „nur“ eine Klassenfahrt mit Wanderung auf den höchsten Berg Deutschlands. „Grenzgänger“ soll auf verschiedenen Ebenen wirken. Sport, gesunde Ernährung und Bewegung im Alltag bilden die körperliche Grundlage. Naturerziehung ist mit dabei. Genauso Mathematik, wenn es beispielsweise um die Finanzierung der Reise geht. So haben die Schülerinnen und Schüler von Patrick Urbas den Schulkiosk geführt. Neben Brötchenschmieren galt es, den Einkauf zu planen, Einnahmen und Ausgaben im Blick zu halten. Eine Crowdfunding-Aktion wurde ebenfalls gestartet. Aber es geht bei dem Projekt auch um Lebenskompetenzen, wie Patrick Urbas es nennt. „Das Training, die Vorbereitung auf die Reise, auf ein Ziel hinarbeiten, Grenzen überwinden, nicht aufgeben, auch wenn es mal Rückschläge gibt – das alles lässt sich auch auf andere Bereiche des Lebens anwenden“, sagt der 34-jährige Lehrer.

Patrick Urbas ist Lehrer an der Kopernikus-Hauptschule in Köln-Porz und Initiator des Projektes Grenzgänger.

Patrick Urbas ist Lehrer an der Kopernikus-Hauptschule in Köln-Porz und Initiator des Projektes Grenzgänger.

Der hat abseits des Schulalltags drei Bücher geschrieben. Denn das Konzept will er auch anderen Schulen in Köln und Bonn zur Verfügung stellen. Neben einem Schulbuch hat Urbas auch eine Planungshilfe für Lehrkräfte entwickelt und einen Wanderführer für die Region Köln-Bonn.

Urbas Traum ist es, „Grenzgänger“ nicht nur als Marke, sondern auch als Netzwerk zu entwickeln. Eine gemeinsame Community, die einander bei der Durchführung unterstützt, Tipps bei der Finanzierung gibt oder auch bei der Ausrüstung.

Ein paar Schulen haben schon ihr Interesse gezeigt. Mit der Adolph-Kolping-Hauptschule in Kalk und der Johann-Amos-Comenius-Hauptschule in Zündorf gibt es bereits zwei Kooperationspartner. „Das ist Wahnsinn, was Patrick Urbas für eine Vorarbeit geleistet hat“, sagt Julia Averkamp. Sie unterrichtet Sport und Deutsch an der Zündorfer Hauptschule und ist von dem Projekt begeistert. Das umfasse viele Bereiche, in denen den Schülerinnen und Schülern so viel mitgegeben werden kann. „Sie werden viel über sich selbst lernen und merken, was sie alles können.“ Dadurch werde besonders das Selbstvertrauen gestärkt.

Das findet auch Sascha Vrzogic. Er unterrichtet unter anderem Sport, Mathematik und Informatik an der Hauptschule in Kalk. Patrick Urbas hat er bei einer Fortbildung kennengelernt. Als Urbas ihm vom Projekt „Grenzgänger“ erzählt hat, sei er sofort „Feuer und Flamme“ gewesen, sagt Vrzogic. Er findet, dass die Schülerinnen und Schüler bei diesem Projekt über ihren eigenen Schatten springen können. „Was sie am Ende geschafft haben, werden sie wahrscheinlich erst mit Blick in den Rückspiegel merken.“ Aber durch das, was sie geleistet haben, werden sie in ihrer Persönlichkeit wachsen. Deswegen seien auch seine Kolleginnen und Kollegen sowie die Schulleitung von dem Projekt „Grenzgänger“ begeistert, sagt Vrzogic.