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Tollitäten auf Abwegen Porzer Dreigestirn „ernennt“ bayerischen Ort zum 17. Stadtteil

Das Porzer Dreigestirn in Unterafferbach auf der Bühne. Sie halten ein Ortsschild von Unterafferbach hoch.

Unterafferbach ist nun der 17. Ortsteil des Stadtbezirks Porz. Das würde sich zumindest das Dreigestirn wünschen.

Am Wochenende stand für das Porzer Dreigestirn ein besonderer Termin an: Ein Auftritt in Bayern. Was die Tollitäten dorthin geführt hat.

Die Konfetti-Kanone knallt und Jungfrau Johanna reckt das gelbe Ortsschild von Unterafferbach in die Höhe. Prinz Markus II. und Bauer André komplettieren das Bild. Der Stadtbezirk Porz hat jetzt 17 Stadtteile – zumindest, wenn es nach dem Dreigestirn geht. Das unterfränkische Unterafferbach, ein Ortsteil der Gemeinde Goldbach im Landkreis Aschaffenburg, gehört für sie dazu. Die Menschen im Saal klatschen in die Hände, johlen, schwenken Fähnchen der Porzer Karnevalsgesellschaft Fidele Grön-Wieße Rezag und lassen eine Rakete steigen. Unter das ortsübliche Helau der unterfränkischen Jecken mischen sich schon einige Alaaf-Rufe.

Bei so einer „Eingemeindung“, da bleibt selbst Goldbachs Bürgermeisterin Sandra Rußmann nichts anderes übrig als zu applaudieren. „Besiegelt“ wird sie auf der Faschingsgala im Sportheim des FC Germania Unterafferbach. Hierher hat es das Porzer Dreigestirn, die Rezag-Girls sowie Vertreter des Festausschusses Porzer Karneval (FAS) verschlagen. „Drei Stunden Busfahrt, eine Stunde Auftritt und drei Stunden Busfahrt zurück“, spricht Oliver Binz, das Pendant eines Sitzungspräsidenten, die Reise der Porzer Karnevalisten an. Die Antwort von FAS-Präsident Stephan Demmer: „Wenn ihr uns fragt, seid ihr bekloppt? Ja sind wir! Aber bei uns im Karneval sagt man, die Freude an der Freude des Anderen finden, das ist das Quäntchen, was das Glück ausmacht.“

„Offizielle“ Eingemeindung zum Karneval nach Köln-Porz

Die Verbundenheit von Porz und dem Teil der Marktgemeinde Goldbach hat mit der Freundschaft von Demmer und Binz zu tun. So kam es, dass die Rezag-Girls in der Vergangenheit in Unterfranken schon Auftritte hatten. Mit den Girls kam das Porzer Dreigestirn. Klammheimlich wurde so die „Eingemeindung“ Unterafferbachs nach Porz vorbereitet, die Prinz Markus II., Bauer André und Jungfrau Johanna nun „offiziell“ vollziehen.

Eine fidele Anreise geht voraus. Kurz vor 17 Uhr geht’s für das Trifolium und seine Gefolgschaft an der Hofburg „Zum Jägerhof“ in Zündorf in den Bus der Rezag Husaren. Leuchtende Disco-Kugeln, kölsche Musik und gute Laune verwandeln das Fahrzeug schnell in einen Partybus. Nach zwei kurzen Zwischenstopps wird es so langsam ernst. Prinz Markus II. und Bauer André teilen sich auf.

Während Seine Tollität im vorderen Teil des Busses während der Fahrt ins Ornat schlüpft, verschwindet Bauer André in den hinteren Teil. Jungfrau Johanna wartet auf die Umkleidemöglichkeit am Veranstaltungsort. Und diese ist nicht mehr allzu weit entfernt. Die Porzer liegen gut in der Zeit. Bis zum geplanten Auftritt um 21 Uhr ist es noch hin. Sobald der Bus die Autobahn verlässt, werden die Straßen immer kleiner, die Kurven enger, der Schnee dichter.

Dann ist das Ziel erreicht: Die Sportanlage des FC Germania Unterafferbach. In der Umkleidekabine des derzeit Elften in der Kreisliga Aschaffenburg kann auch Jungfrau Johanna in ihr Ornat schlüpfen. Am Spiegel wird noch schnell der rote Lippenstift aufgetragen. Erste Fotos werden gemacht. Dann heißt es kurze Lagebesprechung. An der Taktiktafel der Fußballer scherzt FAS-Geschäftsführer Holger Harms: „Markus, du stehst hier, Johanna kommt über rechts in die Mitte und André besetzt die Außenbahn.“

Wir freuen uns, die Champions-League hier zu Gast gehabt zu haben.
Oliver Binz

Die Gäste der Faschingsgala sind schon auf Betriebstemperatur. Oliver Binz gibt den Stadionsprecher. Anpfiff. Musik ab. Einmarsch. Die Rezag-Girls zeigen, was sie drauf haben. Mit nur einer Zugabe kommen sie nicht aus. Dann der gefeierte Auftritt des Porzer Dreigestirns. Knapp etwas mehr als eine Stunde dauert das Gastspiel. „Wir freuen uns, die Champions-League hier zu Gast gehabt zu haben“, sagt Oliver Binz in der anschließenden Pause.

Und auch von Judith Gerlach, der Staatsministerin für Digitales in Bayern, und Alexander Legler, Landrat von Aschaffenburg, gibt es ein dickes Lob. Die Blumen gibt er direkt zurück. „Die Leute hier haben einfach Bock zu feiern, das ist eine super Stimmung“, zeigt sich Prinz Markus II. von dem Publikum angetan. Und auch Bauer André und Jungfrau Johanna sind voll des Lobes.

Die Mitglieder der KG machen auf dem Rastplatz eine Schneeballschlacht.

Schneeballschlacht auf einem Rastplatz.

Nach dem Auftritt steht das Porzer Trifolium noch für Fotos bereit. Kurzer Blick auf die Uhr. Der Abschied naht. Schließlich liegen vor dem Porzer Dreigestirn und seinem Gefolge noch eine knapp dreistündige Busfahrt. Hier geht die Party weiter. Unterbrochen wird sie nur wieder durch zwei kleine Pausen – inklusive Schneeballschlacht auf dem Autobahnrasthof.