Der Partnerschaftsverein Köln-Porz feierte 50 Jahre internationale Freundschaft mit Dunstable und Hazebrouck, geprägt durch persönlichen Austausch.
Brücken der FreundschaftPorz feiert Jubiläum mit Gästen aus Frankreich und England

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Markus Lüsgen (5. v. R. ) begrüßte die Gäste anlässlich des PVP-Jubiläums im Porzer Rathaus und lud sie ein, sich ins Goldene Buch einzutragen.
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Frieden und wahre Freundschaft zwischen benachbarten Völkern sind nicht allein eine Sache staatlicher Abkommen. Persönliche Kontakte zwischen Jugendgruppen, Schulen, Vereinen und Familien aus unterschiedlichen Ländern knüpfen oft viel stabilere Bänder. Das erleben Menschen in Porz, der englischen Stadt Dunstable und der französischen Stadt Hazebrouck seit Jahrzehnten. Mit ihrer Städtepartnerschaft gehören die Städte zu den Pionieren eines europäischen Miteinanders von Mensch zu Mensch.
Bei einem Festakt im Zündorfer Kanuclub Zugvogel hat der Partnerschaftsverein Köln-Porz (PVP) sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Gäste aus den Partnerstädten Dunstable und Hazebrouck sowie Vertreter aus Politik, Kultur, Sport und Vereinen blickten dabei auf fünf Jahrzehnte zurück.

Beim ersten Besuch ihrer Partnerschule in Dunstable 1981 brachten Porzer Schülerinnen und Schüler Gastgeschenke mit, unter anderem Fotos vom Kölner Dom.
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Frühe Partnerschaften in Porz
Tatsächlich reicht die Geschichte dieser Städtepartnerschaften aber schon viel weiter in die Vergangenheit. Porz hat im Jahr 1951 die Stadtrechte bekommen und rasch damit begonnen, nach Freunden im europäischen Ausland zu suchen. Das war – wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit seinen Schrecken und Verwüstungen sowie dem Nachwirken gegenseitiger Feindbilder – ein sehr dringendes Anliegen. Denn Kontakte zwischen den Ländern auf persönlicher und dabei gut organisierter und geförderter Ebene gab es vor der Einrichtung der Partnerschaften kaum.
Dunstable in der Grafschaft Bedfordshire, in der Nähe von London gelegen, wurde im Oktober 1954 zur ersten Partnerstadt. 1955 begann dann die Partnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Hazebrouck im Departement Nord in der Region Nord Pas-de-Calais unweit von Lille.
Vor allem der Jugendaustausch war den Gründern der Partnerschaften ein Anliegen. Jährlich besuchten sich Gruppen junger Menschen aus den befreundeten Städten gegenseitig. Doch auch Vereine und weitere gesellschaftliche Gruppen zeigten Interesse an der internationalen Verbindung.
Partnerschaft trotz Eingemeindung
Als Porz 1975 eingemeindet wurde, zeigte die Stadt Köln kein Interesse an der Weiterführung der Partnerschaften. So gründete sich auf Initiative des damaligen Porzer Bezirksbürgermeisters Alfred Moritz 1976 der Partnerschaftsverein, um die Freundschaft weiter zu pflegen und auch offiziell an den Stadtbezirk anzubinden. Seit der Gründung ist immer ein Mitglied der Bezirksvertretung im PVP-Vorstand vertreten. Richard Richter wurde der erste Vorsitzende. Er setzte sich dafür ein, den Austausch, besonders von Jugendlichen, zur vornehmsten Aufgabe des Vereins zu machen. Kontakte von Familie zu Familie und nicht offizielle Besuche einiger Repräsentanten bestimmten das Bild.

Im Porzer Karnevalszug ging 1987 eine Gruppe aus der englischen Partnerstadt Dunstable mit. Die Schülerinnen und Schüler lernten den rheinischen Frohsinn kennen.
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Entscheidend für den anhaltenden Erfolg war jedoch, dass Porzer Vereine und in zunehmendem Maße die Schulen gemeinsam mit dem PVP die Beziehungen zu den Partnerstädten vertieften. Die Initiativen reichten vom Sport bis zu kulturellen Bereichen, zeitweise arbeiteten 17 Vereine mit dem Partnerschaftsverein zusammen. Friedhelm Lenz, einer der früheren Vorsitzenden, erinnert sich beispielsweise an erfolgreiche Bemühungen, Handwerksorganisationen aus verschiedenen Nationen zusammenzuführen.
Solche Vielfalt und gewachsene private Beziehungen bestimmen bis heute das Bild. Das betonte die aktuelle Vorsitzende Susanne Ristic-Samii beim Treffen mit Gästen aus Dunstable und Hazebrouck in Porz. Persönliche Begegnungen trügen in hohem Maß zu Verständigung, Respekt und Frieden bei. Ristic-Samii wünscht sich im Interesse kommender Generationen, dass die gewachsenen Städtepartnerschaften lebendig gehalten werden. Musikalisch gratulierte das Blasorchester der Carl-Stamitz-Musikschule unter der Leitung von Sebastian Oetker.
Für die Delegationen aus England und Frankreich hatte der PVP zudem einen Empfang im Bezirksrathaus vorbereitet. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Markus Lüsgen gratulierte mit großer Herzlichkeit. Er sagte: „Was diese Partnerschaft wirklich ausmacht, lässt sich nicht allein in Jahreszahlen oder offiziellen Dokumenten festhalten. Es sind die vielen persönlichen Geschichten, die Begegnungen, die kleinen und großen Momente, die ihr Leben geben. Es sind die Gespräche, die vielleicht zunächst vorsichtig beginnen und dann immer vertrauter werden. Es sind die Besuche, bei denen man als Gast ankommt – und als Freund wieder geht.”
Am Beispiel der seit 1957 aktiven Freundschaft zwischen der Karnevalsgesellschaft „Les Amis de Tisje Tasje“ in Hazebrouck und der hiesigen „KG Fidele Grön-Wieße Rezag – Porzer Ehrengarde“ wird besonders deutlich, wie Lebensfreude, Gemeinschaft und die Fähigkeit, miteinander zu feiern, Menschen zusammenbringen. Lüsgen sagte: „Selbst wenn man nicht jedes Wort versteht – die Stimmung, das Lachen und die Herzlichkeit versteht man sofort. Vielleicht ist das sogar eine der schönsten Formen der Verständigung.“ Er lud die Gäste ein, sich ins Goldene Buch des Stadtbezirks einzutragen. Während des Aufenthalts der Partner standen zudem Ausflüge zum Schloss Augustusburg, in die Flora und eine Panoramafahrt auf dem Rhein auf dem Programm.
Neue Interessenten an den PVP-Aktivitäten und weitere Ideen für den Austausch sind willkommen. www.partnerschaftsverein-porz.de
