Abo

Start am Lessing-GymnasiumForschungsballon aus Porz landet überraschend bei Metz in Frankreich

2 min
Auf dem Sportplatz am Lessing Gymnasium ließen Mint -Schülerinnen und -Schüler den Forschungsballon in die Stratosphäre aufsteigen.

Auf dem Sportplatz am Lessing-Gymnasium ließen MINT-Schülerinnen und -Schüler den Forschungsballon in die Stratosphäre aufsteigen.

Ein Forschungsballon des Zündorfer Lessing-Gymnasiums schwebte unerwartet bis nach Frankreich und landete heile knapp neben einer Autobahn.

Zum zweiten Mal hat eine MINT-AG des Zündorfer Lessing-Gymnasiums einen Forschungsballon in die Stratosphäre geschickt. Dass das Projekt zu einem echten Forschungsabenteuer werden würde, war den Beteiligten von Anfang an klar – doch wie weit die am Ballon befestigte Gondel mit ihrer Messstation letztlich reisen würde, wunderte selbst die erfahrenen Begleiter. Der mit Helium gefüllte Kautschukballon stieg bis in eine Höhe von rund 36 Kilometern auf, bevor er in der Stratosphäre platzte. Anschließend segelte die Messstation an einem roten Fallschirm zurück zur Erde.

Beim Start auf dem Sportplatz in Köln-Zündorf gingen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer Markus Rechmann noch davon aus, dass die Styroporbox mit der Messstation vom leichten Wind höchstens bis in die Eifel getragen würde. Während des Ballonaufstiegs zeigte sich jedoch schnell, dass sich die Berechnungen änderten. Die prognostizierte Landestelle verlagerte sich immer weiter nach Süden – schließlich schien Luxemburg möglich.

Porzer Forschungsballon schwebt bis nach Frankreich

Doch weiteres Unvorhergesehenes folgte: „Dann hat uns der Fallschirm überrascht“, berichtet Markus Rechmann. Die Sonde am Fallschirm sank deutlich langsamer als erwartet zu Boden. Der Südwind trieb die wissenschaftliche Fracht daher immer weiter von ihrem Startpunkt weg. Am Nachmittag erhielten die Mitglieder der Ballon-AG schließlich über GPS die Nachricht von der Landung: Die Messstation war bei Metz in Frankreich zu Boden gegangen. Ein Blick auf die Karte zeigte zudem ein bemerkenswertes Detail – die Landestelle lag direkt neben einer Autobahn.

Eine Bergung noch am selben Tag musste zunächst abgebrochen werden. Am nächsten Morgen machten sich zwei Lehrer als Bergungsteam auf den Weg nach Frankreich. Vor Ort entdeckten sie den roten Fallschirm schließlich im kahlen Geäst eines kleinen Birkenwäldchens – nur etwa fünf Meter neben den Fahrspuren der Autobahn, wo dem Experimentier-Equipment bei einer Landung ein böses Ende gedroht hätte. „So ein Glück“, sagte der stellvertretende Schulleiter Martin Behrens, als er den Landeort sah. Die mitgebrachte Leiter wurde letztlich gar nicht benötigt. „Ein paar Äste zu biegen und zu schütteln reichte“, schildert Behrens. Kurz darauf glitt die Styroporbox mit der Messstation unbeschädigt zu Boden.

Nun beginnt die wissenschaftliche Bearbeitung der Projektergebnisse. Die gesammelten Daten – darunter Videoaufzeichnungen mit dem Blick auf die Erde aus der Stratosphäre sowie ein Experiment zum Verhalten verschiedener Flüssigkeiten unter veränderten Luftdruckverhältnissen – werden nach den Osterferien von der MINT-AG ausgewertet.


www.lessing-gymnasium.eu