Projekt im Ehrenfelder BüzeWo Alleinerziehende Unterstützung bekommen

Luisa Schwab (l), alleinerziehende Mutter, Projektleiterin Ramona Selzer und Büze-Leiter Andreas Pöttgen
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Ehrenfeld – Für die Entscheidung, sein Kind allein zu erziehen, gibt es unterschiedliche, individuelle Gründe und Ursachen. Oft werden Alleinerziehende von Paaren indes als gescheitert betrachtet. „Daher kann man sich schnell isoliert vorkommen“, sagt Luisa Schwab, alleinerziehende Mutter eines zweijährigen Kindes. Sie besucht regelmäßig Angebote des Projekts „Ein-Eltern-Familien“ im Bürgerzentrum Ehrenfeld (Büze). „Hier kann man sich gegenseitig in der Überzeugung stärken, dass man es auch allein schaffen kann“, sagt Luisa Schwab.
Seit einem Jahr gibt es das von der Rheinenergie-Stiftung Familie geförderte Projekt. „Ziel ist es, die Möglichkeit zu bieten, dass Netzwerke unter den Teilnehmern entstehen“, erklärt Projektleiterin Ramona Selzer. Das setzt schon in der frühsten Phase an mit einer Gesprächsgruppe für Schwangere ohne Partner. „Schon hier wird eine große Solidarität untereinander erkennbar, wenn etwa Schwangere noch wenige Wochen vor der Geburt zu den Treffen kommen, um Neuankömmlingen ihre Erfahrungen weiterzugeben“, berichtet Selzer.
Die Eltern-Kind-Gruppe für Alleinerziehende bilde innerhalb der Kölner Krabbelgruppenlandschaft eine einzigartige Ausnahme, sagt Büze-Leiter Andreas Pöttgen. Teilnehmerinnen – es sind vorwiegend alleinerziehende Mütter – kommen aus dem gesamten Stadtgebiet und sogar aus anderen Städten. Zudem gibt es einen Offenen Treff sowie Themenabende jeweils mit Kinderbetreuung. Gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten sowie Rechtsberatung komplettieren die Angebotsliste. Bislang wurden 170 Menschen erreicht – 88 Alleinerziehende und 82 Kinder. Bis Ende 2019 ist die Finanzierung durch die Rheinenergie Stiftung gesichert. Das Bürgerzentrum rechnet aber damit, dass der Bedarf auch darüber hinaus bestehen bleibt.
